Fußball

Ein neues Gefühl bei Salzburg und weiterhin „Heimschwäche“ bei Sturm

Red Bull Salzburg stoppte die Negativserie gegen Sturm Graz, bezog beim Meister nicht die vierte Niederlage in Serie, sondern blieb mit dem 1:1 (0:1) vor 15.570 Zuschauern sechs Spiele hintereinander ungeschlagen, fuhr als Tabellenführer mit einem Punkt mehr als Rapid und drei mehr als Sturm von Graz zurück nach Salzburg. „Das ist ein anderes Gefühl als noch vor drei, vier Wochen“, freute sich Trainer Thomas Letsch, „das ist ein Team an der Arbeit!“ Besonders lobte er den 19 jährigen Innenverteidiger Yannick Schuster, attestierte dem Tiroler „eine überragende Partie“ Sturm ist jetzt drei Spiele ohne Sieg, hat von bisher fünf Heimspielen drei verloren und nur eines gewonnen. Das 1:0 im steirischen Duell gegen Hartberg fiel erst in der 95. Minute durch ein unglückliches Eigentor von Hartbergs Innenverteidiger Dominik Vincze. Noch ein anderes Thema kocht durch ständige Nachfragen der „Sky“-Reporter schön langsam bei Sturm hoch, nämlich das um den im Sommer auslaufenden Vertrag von Trainer Jürgen Säumel. Sportchef Michael Parensen fand es bisher nicht der Mühe wert, über eine Verlängerung zu reden. Das kann man als mangelnden Respekt sehen. Unter dem Motto, dass der Trainer froh sein muss, wenn er bleiben darf.

Säumel entschied sich für eine andere Innenverteidigung als beim 0:0 gegen Nottingham, nominierte die Legionäre Tim Oermann und Dimitri Lavalee statt der österreichischen Lösung mit Emanuel Aiwu und Niklas Geyrhofer. Letsch ließ unerwartet Yorbe Vertessen, den Torschützen beim 2:0 gegen Go Ahead Deventer draußen, ließ Petar Ratkov beginnen. Der Serbe war an der umstrittensten Szene der ersten Hälfte beteiligt: Als Edmund Baidoo kurz vor der Pause aus schwierigem Winkel ins von Torhüter Oliver Christensen verlassene Sturm-Tor traf, bat VAR Alan Kijas Schiedsrichter Stefan Ebner zum On Field-Review. Der entschied danach auf ein Foul Ratkovs an Lavalee, zeigte dem Serben die gelbe Karte. Dazu gab´s unterschiedliche Ansichten. Köstlich der Dialog von zwei Ex-Teamspielern zu der Szene im „Sky“-Studio:  Marc Janko, der ehemalige Torjäger, konnte dies nicht verstehen, Martin Stranzl auch der Sicht des ehemaligen Abwehrspielers auch nicht. Allerdings aus einem speziellen Aspekt: „Mir wäre es zu blöd gewesen, mich in dieser Situation fallen zu lassen!“ Das war Kritik an Lavalee.

Sturm ging dann nach 18 Sekunden der zweiten Hälfte in Führung, als Leon Grgic mit dem Knie unabsichtlich einen Schuss von Otar Kiteishvili abfälschte. Letsch handelte, wechselte nach 62 Minuten Vertessen und Moussa Yeo ein. Das brachte drei Minuten später den Ausgleich: Vertessen kam nach einem Pass von Moussa Yeo an Oermann ud Lavalee vorbei und traf unter die Latte (Bild). Dabei blieb es, weil Teamtormann Alexander Schlager bei einem Schuss von Sturm-Joker Jacob Hödl gut reagierte: „Mit einem Punkt bei Sturm kann ich als Tabellenführer in der Länderspielpause gut leben!“ Für Säumel war es ein Duell auf Augenhöhe: „Wir waren dem Sieg eine Spur näher!“ Sturm bleibt das Nachtragsspiel gegen WSG Tirol am 3. Dezember, um mit Sturm punktmäßig gleichzuziehen, wenn der Rückstand bis dahin nicht größer wird.

 

 

Foto: RB Salzburg/Michael Meindl.

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