Fußball

Glücksgriff Kara: Rapid mit einem Punkt gut bedient

Viel fehlte nicht und Rapid hätte drei Tage nach dem Flop in der Conference Leage gegen Uni Craiova auch in der Bundesliga erstmals seit dem Aufstieg von WSG Tirol am Innsbrucker Tivoli verloren. Mit dem 1:1 (0:1) war Rapid noch gut bedient, die Tiroler trafen in der Nachspielzeit durch Joker Ademola Oli-Adebomi nur die Stange. Mit dem Unentschieden vergab Rapid die Tabellenführung über die Länderspielpause, die mit drei Punkten durch das 1:1 im Spitzenspiel zwischen Sturm Graz und gegen Red Bull erobert worden wäre.

Nenad Cvetkovic war wieder einsatzfähig, daher begann Rapid wieder mit drei Innenverteidigern, mit dem wieder gesunden Jannes Horn als Linksverteidiger.  Im 4-2-3-1 war diesmal Janis Antiste (Bild) die einzige Spitze. In Wahrheit hätte für Rapid schon zur Pause alles verloren sein können. Nach sieben Minuten hieß es 0:1, weil der Däne Nikolai Baden Frederiksen erstmals seit vier Jahren wieder im Tirol-Dress traf. Er konnte, ungehindert von Serge Raux-Yao, den Ball knapp vor dem Strafraum annehmen, dann herrichten und mit links abziehen. Dann sah auch Tormann Paul Gartler nicht glücklich aus. Daher kam Rapid gegen WSG Tirol erstmals am Tivoli in Rückstand. Gartler verhinderte danach dreimal einen höheren Rückstand. Bis zur Pause brachte  Rapid keinen Schuss auf das Tor der Tiroler – das sagt alles über die schwache Leistung, die Trainer Peter Stöger als „überhaupt gar nichts“ bezeichnete. Vor allem beim Spiel mit dem Ball.

Zu Beginn der zweiten Hälfte vergab Antiste den Sitzer zum Ausgleich. Das war ihm auch gegen Craiova passiert. Die Bilanz des Franzosen: In 22 Einsätzen nur zwei Tore, das letzte am 21. September beim 1:1 gegen den GAK. Da ist  viel Luft nach oben. Stöger wusste, dass er etwas tun musste. Nach 61 Minuten brachte er statt Innenverteidiger Ange Ahoussou und den einmal mehr wirkungslosen Tobias Gulliksen mit Louis Schaub und Ercan Kara zwei Offensivspieler. Kara erwies sich als Glücksgriff, erzielte nach 73 Minuten den Ausgleich. Als ihn Tirols Defensivabteilung von der Mittellinie bis zum Strafraum laufen und mit rechts abziehen ließ. Zuvor hätte es aber für Rapid fast die Höchststrafe gegeben: Tirols 2:0 durch die Rapid-Leihgabe Benjamin Böckle. Zum Glück sah VAR Julian Weinberger, dass zuvor Johannes Naschberger aus Abseitsposition ins Spiel eingriff.

Die Rapid-Fans unter den 4435 Zuschauern brüllten phasenweise „wir wollen Rapid sehen“. Auch Stöger wusste, dass einiges nicht passte: Das Spiel mit dem Ball, mitunter zu wenig Intensität, seit Wochen fehlt Rapid der „Sechser“ im Mittelfeld. Martin Ndzie spielte in den letzten neun Minuten, in denen Tirol durch zwei „Rapid-Geschenke“ zu zwei Siegeschancen kam. Es war nachvollziehbar, dass Trainer Philipp Semlic von zwei verlorenen Punkten sprach. Für Didi Kühbauer ging hingegen der Erfolgslauf mit dem LASK weiter: Das 1:0 (1:0) gegen Altach bedeutete den fünften Sieg ohne Gegentor im fünften Spiel. Die Entscheidung fiel durch ein Eigentor von Erkin Yalcin.

Foto: Gepa/Admiral.

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