Red Bull Salzburgs Geschäftsführer Stephan Reiter und Sportchef Rouven Schröder sind mitten in den Planungen für die in 50 Tagen beginnende Klub-WM in den USA. Abflug am 13. Juni, Base-Camp in New Jersey, trainiert wird bei den New York Red Bulls, per Lugzeug geht es zu den Spielen gegen Pachuca aus Mexiko nach Cincinnati, und Al Hilal aus Saudiarabien nach Washington, per Bus zum dritten gegen Real Madrid in Philadelphia. Aber im Moment beschäftigt Reiter und Schröder mehr ein anderes Thema: Die Benachteiligung durch Schiedsrichter und VAR in den Heimspielen gegen Sturm Graz und Wolfsberg mit je einem zurückgenommenen und nicht gegebenen Elfmeter. Mit der Kritik müssen sich Schiedsrichterchef Viktor Kassai und György Ring als VAR-Supervisor auseinandersetzen. Ihr Vertrag endet am 30. Juni. Wird er verlängert? Beim ÖFB ist für diese Frage Generalsekretär Thomas Hollerer zuständig, bei der Bundesliga Vorstand Christian Ebenbauer.
Aufregung und Ärger über Fehler des VAR gibt es nicht nur fast nach jeder Runde in Österreich, sondern auch in Deutschland, England oder der Schweiz. Es gibt doch einige Dinge, die man nicht versteht. Das lange Warten auf die Entscheidungen des VAR nervt alle Beteiligten. Die Besetzungen der Unparteiischen, für die Kassai zuständig ist, kann man auch hinterfragen. Besonders, die des Salzburger Schiedsrichters Sebastian Gishamer für den ausverkauften Schlager Sturm gegen Austria am Sonntag in Graz, bei dem des im Titelkampf um viel geht. Damit gibt es ein Wiedersehen zwischen Gishamer und Austrias Abwehrchef Aleksandar Dragovic zweieinhalb Wochen nach der roten Karte, die Gishamer Dragovic nach Austrias 0:1 im Cupsemifinale wegen Beleidigung nach dem Schlusspfiff zeigte. Dragovic wurde vom Strafsenat für zwei Spiele gesperrt, das Protestkomitee reduzierte dies auf eines. Ob es clever ist, Gishamer kurz danach ein Spiel der Austria leiten zu lassen?
Darüber kann man diskutieren, da die rote Karte ihre Berechtigung hatte. Andererseits muss man feststellen, dass bei Schiedsrichtern offenbar nicht das Leistungsprinzip zählt. Weil Gishamer vergangenen Sonntag bei Rapids 1:5 in Wolfsberg Torhüter Niklas Hedl beim Stand von 1:1 für ein Foul ausschloss, das keines war. Wie er nachher selbst zugab. Damit beeinflusste er das Spiel. Normal müsste das eine Pause bedeuten. Kassai denkt anders. VAR bei Sturm gegen Austria ist mit Stefan Ebner der Schiedsrichter, der sich Mittwoch in alzburg einige Vorwürfe gefallen lassen musste. Markus Hameter, der als VAR bei der schweren Fehlentscheidung von Gishamer in Wolfsberg nicht eingriff, pfeift übrigens am Sonntag Rapid gegen Blau Weiß Linz.
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