Fußball

Eine Million Prämie für Kosovos erstes WM-Ticket: „Am wichtigste ist ein kühler Kopf!“

Egal, ob in Pristina bei Kosovo – Türkei, in Zenica bei Bosnien – Italien, in Prag bei Tschechien – Dänemark oder in Stockholm bei Schweden – Polen: Beim Kampf um die letzten vier europäischen Tickets für die Weltmeisterschaft wird es Dienstagabend überall einen Hexenkessel geben. Am größten wäre die Euphorie sicher in Pristina, wenn sich der Kosovo erstmals für die WM-Endrunde qualifizieren könnte. Montag beschäftigte sich die Regierung unter Ministerpräsident Albin Kurti in einer Sondersitzung mit einer Belohnung: Für den Sieg im Semifinale gegen die Slowakei gab es 500.000 Euro, ein Sieg gegen die Türkei würde eine Million bringen.

Wie am Donnerstag beim 4:3 des Kosovo  in Bratislava hat Österreichs Ex-Teamchef Franco Foda wieder einen italienischen Gegenspieler: Vincenzo Montella ist der Teamchef der Türkei. Anders als Foda setzte er nicht nur Legionäre ein, sondern auch Spieler aus der türkischen Liga, von Meister Galatasaray, von Fenerbahce Istanbul und Rizespor. Aber für die Entscheidung beim 1:0 gegen Rumänien sorgten doch zwei der vier eingesetzten Legionäre: Einen Pass von Real Madrids Jungstar Arda Güler verwertete Ferdi Karioglu, der Linksverteidiger von Brighton. Die anderen zwei Legionäre waren Hakan Calhanoglu von Inter Mailand und Kennet Yildiz von Juventus Turin.

Foda kann wegen der Gelbsperre von Linksverteidiger Dion Gallaspeni nicht die Startelf von Bratislava aufbieten: „Wir wissen, was wir gegen die Türkei tun müssen. Am wichtigsten wird sein, kühlen Kopf zu bewahren!“ Was im ausverkauften Stadion Bilini Polje bei 13.632 fanatischen Zuschauern nicht einfach sein wird. Sowohl beim Kosovo als auch bei der Türkei spielt einer mit Wiener Vergangenheit: Die von Fisnik Asllani (Bild) dauerte als Hoffenheim-Leihspieler bei der Wiener Austria nur eine Saison. Der große Durchbruch zum gefragten Torjäger, dessen Kopftor in Bratislava die Wende im Spiel brachte, gelang erst in der zweiten deutschen Liga bei Elversberg. Türeis Rechtsverteidiger Mert Müldür wurde in Wien geboren, begann mit zehn Jahren im Rapid-Nachwuchs. wurde 2019 mit 23 um 4,98 Millionen Euro nach Italien an Sassuolo verkauft. Den Klub, für den Kosovos Torhüter Arijanet Muric spielt. 2023 wechselte Müldür zu Fenerbahce. Die UEFA schickte den erfahrenen englischen Spitzenreferee Michael Oliver nach Pristina.

Aus Österreichs Bundesliga ist bei den vier Partien nur Salzburgs Jungstar Kerim Alajbegovic bei Bosnien dabei. Er verwandelte beim Sieg im Elfmeterschießen gegen Wales in Cardiff den entscheidenden Elfmeter. Auf die Sturm-Graz-Verteidiger Arjen Malic und Emir Karic verzichtete Bosniens Teamchef Sergej Barbarez. Für die Bosnier wäre es die zweite WM-Teilnahme nach der 2014 in Brasilien.

 

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