Auch wenn der WM-Test gegen Südkorea der letzte ist, bevor Teamchef Ralf Rangnick Mitte Mai seinen erweiterten Teamkader bekanntgibt, fehlt Dienstag trotz des Konkurrenzkampfs der große Druck, den die Teamspieler bei ihren Klubs haben. Der mögliche neue Rekord von 13 Heimspielen hintereinander ohne Niederlage in allen Ehren, aber das ist im Vergleich viel weniger Stress als bei den Klubs. Da stehen Kevin Danso mit Tottenham, Romano Schmid und Marco Friedl mit Werder Bremen, Patrick Wimmer mit Wolfsburg im Kampf gegen den Abstieg. Wenn Danso Mittwoch nach London zurückkehrt, hat er dort den vierten Trainer innerhalb von 15 Monaten. Nach nur sechs Wochen musste Igor Tudor gehen. Der Kroate holte in fünf Runden nur einen Punkt und flog mit den „Spurs“ im Achtelfinale der Champions League gegen Atletico Madrid raus. Adi Hütter dementierte Sonntag alle Spekulationen, er könnte der Nachfolger Tudors werden.
Christoph Baumgartner, Xaver Schlager und Nicolas Seiwald spielen bei RB Leipzig ebenso um einen Champions League-Platz wie Alexander Prass mit Hoffenheim. Für Konrad Laimer geht es in den nächsten Wochen um die Chance auf das dritte Triple in Bayern Münchens Klubgeschichte, für Sasa Kalajdzic um das mögliche Double mit dem LASK, für Philipp Lienhart mit Freiburg gegen Celta Vigo um den Aufstieg ins Semifinale der Europa League, für Stefan Posch und Philipp Mwene mit Mainz um den in der Conference League gegen die Chelsea-Filiale Racing Straßburg. Prass hat es besser als seine tschechischen Mitspieler Robin Hranac und Vladimir Coufal oder die aus dem Kosovo (Ex-Austrianer Fisnik Asllani und Albian Hajdari), die Dienstag in Prag gegen Dänemark und in Pristina gegen die Türkei noch um das WM-Ticket kämpfen müssen. Prass hat es bereits.
Er fühlt sich „sehr, sehr viel weiter“ als in der letzten Saison: „Die Trainer haben nicht ungern Spieler, die sie auf verschiedenen Positionen einsetzen können“ , weiß Prass. Das hat er in den letzten Wochen bewiesen. Von Rechtsverteidiger bis zum linken Mittelfeldspieler hat er auf verschiedenen Positionen gespielt. Ebenso wie Romano Schmid bei Werder Bremen. Dort wurde der 1,68 Meter große Steirer mitunter sogar als Sturmspitze aufgeboten. Bei Rangnick ist Schmid (Bild) meistens auf der offensiven rechten Position im Mittelfeld gefragt. Wahrscheinlich auch gegen Südkorea, auch wenn es eine andere Startelf als Freitag beim 5:1 gegen Ghana geben wird. Kapitän David Alaba, Konrad Laimer und Xaver Schlager machten Sonntag das Mannschaftstraining voll mit, könnten daher ein Thema sein. „Wir haben in den letzten Jahren gut gearbeitet, sonst wären wir nicht in dieser Position“, gab sich Schmid ganz gelassen. Bei Bremen ist er wesentlich angespannter. Da musste er in dieser Saison schon 13 Spiele ohne Sieg verkraften.
Foto: Yigit Oerme.