Bei seinen bisherigen 45 Länderspielen gehört der Salzburger Nicolas Seiwald immer zur Startelf. Dreimal, als Franco Foda Teamchef war, 42 mal bei Nachfolger Ralf Rangick. Bei seinem 46. Länderspiel am Dienstagabend gegen Südkorea wird der Leipzig-Legionär im Happel-Stadion erstmals eingewechselt werden. Das verriet Rangnick bereits am Tag davor. Ebenso, dass Patrick Pentz erstmals seit dem 10:0-Rekordsieg gegen San Marino im letzten Oktober im Tor beginnen und wahrscheinlich 90 Minuten spielen wird, dass Konrad Laimer, Xaver Schlager und Patrick Wimmer zur Startelf gehören und er vermutlich zehnmal wechseln wird. Nicht schon zur Pause, aber diesmal könnten es anders als beim 5:1 gegen Ghana, bei dem Seiwald als Einziger durchspielte, alle zehn Feldspieler sein. Sicher kommt Kapitän David Alaba in den letzten 20 Minuten zu seinem 112. Länderspiel. Im Ernstfall, sprich wenn es sich um ein Bewerbspiel handelt, würde Rangnick sicher nie so viele „Details“ der Aufstellung verraten.
Südkorea kassierte zuletzt klare Niederlagen, wie das 0:4 gegen die Elfenbeinküste am letzten Samstag in Milton Keynes, zuvor gab es ein 0:5 gegen Brasilien, aber auch einen 2:0-Sieg über Ghana. Ein Hinweis, dass Südkorea ein stärkerer Gegner sein könnte als Freitag die Afrikaner: „Sie schossen gegen die Elfenbeinküste dreimal an die Stange, sind sicher in ihrem Stolz verletzt. Da gibt es sicher eine Reaktion. Darauf sind wir eingestellt!“, versicherte der Teamchef. Der sich auf ein Wiedersehen mit Südkoreas Kapitän Heung Min Son freut. Rangnick wollte den heute 33 jährigen zu Hoffenheim holen, als er noch in der U 19 des Hamburger SV spielte. Das scheiterte daran, dass Heung Min Son einen Hamburger Berater hatte, der es aus persönlichen Gründen nicht „wagte“, das große Talent aus der Hansestadt zu entführen.
Dass Österreich einen neuen Rekord von 13 Heimspielen hintereinander ohne Niederlage aufstellen kann, ist für Rangnick nicht der wichtigste Aspekt. Ihm geht es mehr um verbesserte taktische Details mit Blickpunkt WM. Die Entscheidung, wo die fünf Tage Vorbereitung auf den vorletzten WM-Test vor dem Abflug nach San Francisco gegen Tunesien am 1. Juni absolviert werden, ist so gut wie gefallen: Alle fühlen sich im ÖFB-Campus Aspern sehr wohl. Dort wollen sie bleiben.
Foto: ÖFB/Christoper Kelemen.