Fußball

Erste Heimpleite gegen Ried: Rapid spielt das Stadion leer

Rapid sinkt immer tiefer. Im 44. Bundesliga-Heimspiel gegen Ried gab es nach 1:0-Führung mit 1:2 (1:1) die erste Heimpleite mit bedenklichen Aspekten. 15.000 Karten waren verkauft, aber nur 13.500 Zuschauer im Allianz-Stadion. Mehr als tausend Abonnenten verzichteten auf den Besuch, blieben lieber daheim. Die zweite Niederlage im zweiten Spiel mit Interimstrainer Stefan Kulovits bedeutete die vierte Niederlage in den letzten fünf Heimspielen, die achte in den letzten zehn Runden, die erste seit 12 Duellen gegen einen Aufsteiger. Ein gewalties Pfeifkonzert von der Fantribüne am Ende, schon zuvor ertönten „ihr spielt das Stadion leer“-Sprechchöre. Donnerstagabend gegen Omonia Nikosia in der Conference League wird das passieren.

Rapid musste auf Bendegüz Bolla und Jannes Horn verzichten, Claude Mbuyi stand in der Startelf, erstmals seit langem auch Louis Schaub. Ercan Kara und Nikolaus Wurmbrand begannen auf der Bank.  Vor Anpfiff skandierten die  Fans „wir wollen Rapid sehen“. Wussten sie schon,was passieren wird?  Ried musste zwar auf seinen torgefährlichsten Stürmer  Kingstone Mutandwa  verzichten, versteckte sich dennoch nicht, Rapid fand nicht ins Spiel. Verlor nach 15 Minuten Linksverteidiger Jonas Auer mit Verdacht auf Gehirnerschütterung. Bereits vor der Führung durch den ersten Saisontreffer von Louis Schaub forderte die Tribüne „wir wollen euch kämpfen sehen“. Dann wurde ein Transparent, auf dem man in französischer Sprache gefordert wurde, endlich Herz für Rapid zu zeigen. Richtete sich offenbar an die französisch sprechenden Legionäre Kouadiou Ahoussou, Romeo Amane,  Mbuyi und Janis Antiste. Die Aufforderung war dann auch auf deutsch zu hören. Die Führung hielt nur neun Minuten, dann fiel der vermeidbare Auslgeich durch Rieds Abwehrspieler Oliver Steurer.

Schaub hätte nach der Pause Rapid wieder in Führung bringen können, ehe das Unheil passierte: Eine Slapstick-Aktion von Nenad Cvetkovic im eigenen Strafraum, Tormann Paul Gartler wollte retten, räumte jedoch den eingewechselten Ried-Legionär Joris Boguo ab. Die Elfmeterentscheidung des wenig überzeugenden Champions League-Referees Sebastian Gishamer war richtig, Philipp Pomer schickte Gartler ins falsche Eck. Zwei Minuten später traf Nossa Dahl die Stage, kurz darauf hätte Schaub per Kopf ausgleichen müssen. Trainer Stefan Kulovits änderte  nach einer sowohl das System  von 42-3-1 auf 3-5-2 als auch ds Personal, wollte die Offensive mit Kara, Wurmbrand und Antiste verstärken. Klappte nicht. Fast jeden grün-weißen Angriff begleiteten Pfiffe der eigenen Fans. So etwas gab es in Hütteldorf schon lang nicht. Ebenso ein Transparent, in dem Legenden aufgefordert werden, bei aller Wertschätzung besser ihren Platz zu räumen. Das lässt verschiedene Interpretationen offen.  Geht es so wie bei der Bankrotterklärung weiter, dann kommt Rapid nicht unter die ersten sechs, nicht in die Meisterrunde. Schlimm.  Hartberg und Ried haben nur je einen Punkt weniger.

Hartberg schaffte zur gleichen Zeit, in der sich Rapid blamierte, den Siegeszug des LASK zu stoppen. In einem turbulenten Match. Nach 25 Minuten führten die Steirer durch Tobias Kainz und das neunte Saisontor von Elias Havel 2:0. Kurz nach dem Anschlusstreffer durch den dänische Rechtsverteidiger Kaspar Jörgensen zeigte Referee Isa Simsek zurecht dem LASK-Brasilianer Alemao für eine Notbremse gegen Havel vier Minuten vor der Pause die rote Karte. Nach einer Stunde wechselte LASK-Trainer Didi Kühbauer mit Sasa Kalajdzic und dem Ex-Hartberger  Max Entrup neue Stürmer ein, Kalajdzic scheiterte mit einem Elfmeter an Hartberg-Keeper Tom Hülsmann, der nach 74 Minuten für ein Foul vor dem Strafraum am allein auf ihn zulaufenden LASK-Kapitän Sascha Horvat ausgeschlossen wurde.Mit zehn gegen zehn glich Moses Usor in der 92. Minute per Kopf aus. Kühbauer war damit nicht ganz zufrieden: „Zu Beginn waren wir offenbar noch in Linz, es wäre mehr möglich gewesen!“

Nach drei sieglosen Runden  erfüllte Tabellenführer Red Bull Salzburg beim Letzten Blau Weiß Linz die Pflicht. Der neunte Treffer von Petar Ratkov und Edmund Baidoo fixierten den 2:0 (1:0)-Sieg. Damit hat Salzburg drei Punkte mehr als der LASK und fünf mehr als Rapid.

 

Foto: APA/Tobias Steinmaurer.

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