Fußball

Kampf um Sportvorstand wird bei Austria noch intensiver als um Sieg in Wolfsberg

Für die Austria geht es Sonntagnachmittag beim Cupsieger Wolfsberg, der unter Trainer Ismail Atalan noch sieglos ist, um eine gute Ausgangsposition, wie es Trainer Stephan Helm nannte. Damit meinte er, an der Spitze dran bleiben. Gegen WSG Tirol blieben letzte Runde zwei Punkte liegen, die letzten vier Auswärtsspiele gegen Wolfsberg gewann die Austria. Sollte dies auch Sonntag gelingen, wäre es der fünfte Sieg in den ersten acht Auswärtsspielen. Das letzte Mal schaffte dies Violett vor zehn Jahren. Nicht schaffen wird es die Austria, die internen Querelen nach dem sportlichen Umsturz durch Finanz-Vorstand Harald Zagiczek, der im Zuge einer von ihm in Auftrag gegebenen neuen Strategie Sportchef Manuel Ortlechner durch Michael Wagner, der auch von der Viola-Investorengruppe forciert wurde, zu beenden.

Zagiczek machte für das 7,7 Millionen-Minus in der Bilanz des letzten Geschäftsjahres vor allem den Sport verantwortlich, damit den Ende August zurückgetretenen Sportvorstand Jürgen Werner. Obwohl die Austria in dieser Zeit durch Verkäufe von Matthias Braunöder, Tormann Christian Früchtl, Can Keles und Manuel Polster vier Millionen einnahm. Dass Werner und seine Investoren auf die „Wagner-Revolution“ und darauf reagieren, war nachvollziehbar. Sie machten Donnerstag von ihrem Recht, einen neuen Sportvorstand, als seinen Nachfolger vorzuschlagen, Gebrauch. Zunächst in einer Treffen der Aktionäre der AG, sprich der Investoren. Die Wahl fiel auf den 37 jährigen Berliner Tomas Zorn, den Rangnick Werner empfahl. Rangnick und Zorn arbeiteten von Juli bis November 2021 bei Lok Moskau zusammen, zuvor war Zorn (Bild) ein Jahr lang bei Spartak Moskau. Austrias Präsident Kurt Gollowitzer wurde von Werners WTF-Investorengruppe Freitagvormittag über den Zorn-Vorschkag informiert. Die Viola-Investoren haben bis 19. Dezember Zeit, zu entscheiden, ob sie dem der Bestellung Zorns zustimmen oder ncht. Eher ist zu erwarten, dass sie ihn ablehnen.  Weil Wagner als Ex-Austrianer ihr Mann ist und der neue Sportvorstand Wagners  Chef wäre. Zudem haben die Viola-Investoren einen guten Draht zu Zagiczek. Daher könnte es sich um eine abgestimmte „Aktion“ handeln.

Auch die Austria könnte Zorn einmal ablehnen – aus fachlichen Gründen. Gollowitzer und Zagiczek wären aber etwas unglaubwürdig, sollte ihnen Rangnicks Empfehlung und die Zorn-Praxis in Moskau nicht genügen, wenn sie mit Wagner einen Sportchef aussuchten, der zuvor in dieser Funktion nur in der zweiten niederösterreichischen Landesliga bei Ober-Gänserndorf tätig war. Die WTF-Investoren wollen auch zwei ihrer vier Plätze im AG-Aufsichtsrat neu besetzen. Sie stellen mit Ralph Krueger so wie bisher den Vorsitzenden, Peter Kroha, der aus Ärger über die Vorkommnisse rund um Wagners Bestellung zurücktrat, und Franz Suttner-Gatterburg sollen ersetzt werden: Durch Werner und den bekannten oberösterreichischen Rechtsanwalt Peter Vogl. Der war früher Präsident von Ried, acht Monate Geschäftsführer bei Red Bull Salzburg, wickelte zuletzt als Masseverwalter den Konkurs von Motorrad-Hersteller KTM ab. Vogls Nominierung ist wie eine Kampfansage der WTF-Investoren. Unter der Devise: Wir lassen uns nichts mehr gefallen, wollen so wie bisher beim Sport mit entscheiden.  Zuletzt übernahm dies Fimanz-Vorstand Zagiczek als leidenschaftlicher Austria-Fan. Dieser Kampf wird sicher noch intensiver als der um den Sieg in Wolfsberg.

Foto: Spartak Moskau.

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