Fußball

Zuerst Jordanien, dann erstmals Messi und Algerien: Das muss Österreich schaffen!

Es war zwar die längste und unerträglichste WM-Auslosung aller Zeiten, in der sich FIFA-Präsident Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump in den Mittelpunkt stellten, mit der Verleihung des FIFA-Friedensordens an Trump politische Zwischentöne ins Spiel brachten, auf die man problemlos verzichten hätte können, aber nach zwei Studen gab es für Österreich im John F. Kennedy-Center von Washington ein Happy-End: Die Gruppe im nächsten Juni mit Weltmeister Argentinien, Algerien und WM-Neuling Jordanien ist leichter als die es vor einem Jahr bei der Europameisterschaft mit Frankreich, Polen und Holland war, die Österreich gewann, auch leichter als die bei der letzten WM-Teilnahme 1998 (Kamerun, Chile, Italien), in der kein Sieg gelang. Also muss es Österreich schaffen, in die k.o.-Phase zu kommen. Zumal bei der ersten aufgeblähten WM mit 48 Teilnehmern auch die acht besten Gruppendritten aufsteigen. Wer Siege gegen Jordanien und Algerien einfordert, liegt nicht falsch. Am Ende der Auslosung stand der Eindruck: Große Spannung wird erst in den Vorrunden eher nicht geben (Deutschland trifft auf Ecuador, die Elfenbeinküste und Curacao), die WM beginnt erst wirklich mit dem Sechzehntelfinale.

Basketball-Legende Shaquille O´Neal brachte Österreich um 19.40 Uhr, also 100 Minuten nach Beginn der Veranstaltung, in die Gruppe mit Titelverteidiger Argentinien und Superstar Lionel Messi (Bild). Teamchef Ralf Rangnick verzog keine Miene. Erst danach kamen Algerien aus Topf drei und Jordanien aus Topf vier als Gegner in der Gruppe mit den Spielorten Kansas City, Santa Clara sprich San Francisco und Arlington, sprich Dallas. Das erste Spiel bestreitet Österreich am 16. Juni, fünf Tage nach der Eröffnung zwischen Mexiko und Südafrika im Aztekenstadion von Mexiko City, gegen Jordanien in Kansas City oder San Francisco, sechs Tage später folgt das erste WM-Spiel gegen Argentinien und zum Abschuss wartet am 27. Juni Algerien in Kansas oder Dallas. Dort gibt es einen Österreich-Bezug: Die WM-Spiele finden im Stadion der Dallas Cowboys statt. Bei denen „Wembley-Toni“ Fritsch vier Jahre lang ein gefeierter Freekicker war, 1971 die Super Bowl gewann.

Für Rangnick ist es eine spannende Gruppe. Er fand es als gut, dass es keinen europäischen Gegner gibt und keinen, gegen den Österreich in vergangenen Jahren schon gespielt hat. Da die Entfernungen zwischen den Spielorten nicht allzugroß sind, die längste Flugzeit 3:20 Stunden beträgt, hätte es deutlich schlimmer kommen können. Durch den relativ späten Start am 16. Juni bliebe genügend Zeit, sich zu akklimatisieren. Gegen Messi spielte Österreich bisher nie, das letzte Aufeinandertreffen mit Argentinien gab es 1990 in Wien. Das 1:1 im Praterstadion gegen Diego Maradona sorgte für Optimismus vor der WM, der sich leider nicht erfüllte. Zehn Jahre zuvor gastierte Argentinien als Weltmeister in Wien, gewann 5:1 mit drei Toren von Jungstar Maradona. Algerien hat mit dem Kroaten Vlado Petkovic einen erfahrenen Teamchef mit Schweiz-Vergangenheit zwischen 2014 und 2021, in der sich die „Nati“ zweimal für die EM und einmal für die WM qualifizierte, der zuvor Trainer bei Lazio Rom war. Der bekannteste Spieler ist der 34 jährige Stürmer Riyad Mahrez, früher Star bei Manchester City, jetzt in Saudi-Arabien bei Al Ahli. Algerien weckte Erinnerungen an die WM 1982 in Spanien: Österreich gewann das Gruppenspiel gegen die Afrikaner in Oviedo durch Tore von Walter Schachner und Hans Krankl 2:0, sorgte danach mit dem Skandalspiel von Gijon, als sich Deutschland und Österreich auf das 1:0 einigten, das beiden auf Kosten von Algerien zum Aufstieg verhalf, für Riesenärger. In Algerien ist das noch nicht vergessen. 44 Jahre später will man die Revanche.

 

Foto: AFP.

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