Zweite Saisonniederlage im dritten Saisonduell gegen den LASK für die Wiener Austria: Beim 1:4 (1:4) im Linzer Stadion gab es ein neues negatives Highlight in Violett. Erstmals in der Geschichte der Bundesliga lag die Austria schon nach 13 Minuten 0:3 zurück. Das passierte zuvor noch nie. Nach vier Minuten führten die Linzer: Innenverteidiger Modou Cisse kam nach einem Eckball und anschließender Flanke von Moses Usor aus fünf Metern frei zum Kopfball. Da gab es für Tormann Samuel Sahin-Radlinger nichts zu halten. Die entscheidende Szene zu Austrias Untergang passierte sieben Minuten später: Innenverteidiger Tin Plavotic nahm im Zweikampf mit Moses Usos knapp vor dem Strafraum die Hand zu Hilfe. VAR Christian Petru-Ciochirca bat Schiedsrichter Jakob Semler zum On Field-Review, der daraufhin Plavotic wegen Verhinderung einer Torchance die rote Karte zeigte. Eine völlig überzogene Entscheidung, da Moses Usor den Ball nicht unter Kontrolle hatte. Auch wenn im VAR-Report in der kommenden Woche die Entscheidung als regeltechnisch richtig bezeichnet werden wird, sie war falsch: „Ohne die rote Karte hätten wir ein richtig attraktives Spiel gesehen. Davon bin ich überzeugt“, sagte Austrias Trainer Stephan Helm.
Den korrekten Freistoß verwandelte LASK-Verteidiger Kaspeer Jörgsen über die Mauer, der LASK führte 2:0. Zwei Minuten später durch Moses Usor 3:0, der einen idealen Pass von Sache Horvath verwertete. Die Rückkehr des Kapitäns tat dem LASK viel besser als der Austria die von Plavotic: Vor zwei Runden sah er bei der 2:5-Heimniederlage gegen Sturm Graz die gelb-rote Ampelkarte, auf die in der gleichen Aktion ein Tor zum Zweitore-Rückstand kassiert wurde, ohne ihn gelang in Hartberg ein 1:0, mit ihm setzte es wieder eine Niederlage mit drei Toren Unterschied, bei der er nur elf Minuten spielte. Das Anschlusstor durch seinen Distanzschuss von Taeseok Lee in der 16. Minute brachte keinen Umschwung, nach 32 Minuten stand schon der Endstand fest. Als Sasa Kalajdzic sich mit Horvath (Bild) über ein perfektes Kopftor freute. Nach der Pause zeigte die Austria Charakter, daher gelang die Schadensbegrenzung. LASK-Trainer Didi Kühbauer freute sich über einen enorm wichtigen Sieg. Kommenden Freitag folgt das Duell um Platz zwei bei Red Bull Salzburg.
Die Leistung der Salzburger beim 2:1 (0:1) in Hartberg kann man nicht als Kampfansage an Sturm bezeichnen: „Wir müssen besser werden“, gab Sportchef Marcus Mann am Abend im Sky-Studio bei „Talk & Tore“ zu. Salzburg geriet durch das erste Tor von Hartberg-Stürmer Elias Havel seit Dezember zur Pause in Rückstand, mit der Einwechslung von Kerim Alajbegovic und Stefan Lainer zur zweiten Hälfte kam der Umschwung. Eigentlich unverständlich, dass Alajbegovic, der einzige Unterschiedsspieler im Kader, zum zweiten Mal hintereinander auf der Bank begann. Beim 1:1 in Graz gegen Sturm aus taktischen Gründen, in Hartberg wegen der langen Feiern mit Bosniens Team nach der WM-Qualifikation in der Nacht auf Mittwoch. Binnen 68 Sekunden schossen Karim Konate und der Japaner Sota Kitano in Führung. Im Finish war Hartberg nach Gelb-Rot für Innenverteidiger Lukas Spendlhofer zwar dezimiert, kam trotzdem dem Ausgleich nahe. Den verhinderte Teamtorhüter Alexander Schlager: „Die erste Hälfte hat mir gar nicht gefallen“, gestand Trainer Daniel Beichler nach dem zweiten Sieg seiner Ära.
Foto: Gepa/Admiral.