Fußball

Es gibt wichtigeres als den „Hinti-Cup“: Kommt Götze zu Glasner?

Das von Martin Hinteregger in seinem Kärntner Heimatdorf Sirnitz erstmals veranstaltete „Hobby-Turnier“  gehört seit einem Frühschoppen am Sonntag der Vergangenheit an, wird im nächsten Jahr wiederholt. Mit wohl ähnlichem Inhalt: Viel Spaß bei Sonne, reichlich Bier und Bratwürstel. Das kündigte Österreichs Teamspieler in Diensten von Europa League-Sieger Eintracht Frankfurt bereits Samstag in einem „Sky“-Interview an. Der Ort mit 277 Einwohnern war seit Donnerstag für hunderte Fans von Frankfurt und Hinteregger, die zum Teil mit einem Charterflugzeug nach Kärnten gekommen waren, wie eine Pilgerstätte. „Bild am Sonntag“ schrieb von einem Skandal-Cup. Maßlos übertrieben wie die Aufregung in manchen Medien. Auch der ÖFB sah sich zu einer Aussendung veranlasst, um festzustellen, dass der „Fall Hinteregger“ weiter intern behandelt wird. Was soll da behandelt werden?

Alles entstanden, weil Hinteregger zur Durchführung der Veranstaltung eine GmbH gründete. Mit einem anderen Sirnitzer. Heinrich Sickl, der Sohn einer ehemaligen Ministerin, ein ehemaliger FPÖ-Gemeinderat in Graz. Dem wird eine rechtsextreme Vergangenheit nachgesagt.  Das alles deckte ein Journalist namens Michael Bonvalot auf. Das sorgte bei Eintracht Frankfurt und dem ÖFB für einige Aufregung. Wer Hinteregger kennt, nimm ihm durchaus ab, dass er mit Politik wenig bis nichts am Hut hat, schon gar nicht der rechten Szene. Und dass er sich keine Sekunde um Sickls Vergangenheit kümmerte, bevor der sein Geschäftspartner wurde. Als durch Bonvalot alles an die Öffentlichkeit kam, beeendete Hinteregger zwecks Schadenbegrenzung die Geschäftsbeziehung. Das Konzert von DJ Ötzi auf der Wiese vor dem Schloss Albeck, die der Familie Sickl gehört, wurde abgesagt. Möglicherweise auf „Empfehlung“ von Eintracht Frankfurt.

„Bild“ schickte einen Reporter zum Hinti-Cup. Um beim Lokalaugenschein in Sirnitz die Aktivitäten Hintereggers zu überwachen. Spielt er trotz imEuropa League-Semifinale gegen West Ham erlittenen Muskelfaserriss im Oberschenkel etwa gar mit?  Es gehört schon viel dazu, ihm soviel Dummheit zuzutrauen. Seine Aktivitäten: Er erledigte Freitag im Festzelt den Bieranstich, plauderte und trank mit den Fans vor und im Festzelt, unterstützte als Trainer das Team „Adler Kronberg“. Kronberg ist ein Ort im Taunus vor den Toren Frankfurts, in dem Hinteregger seit Februar ein Gasthaus besitzt. Außerdem sorgte er dafür, dass der „Bild“-Reporter beim Abendessen aus einem Gasthaus verwiesen wurde. Ebenso nicht clever wie seine Behauptung im „Sky“-Interview, Bonvalot sei ein linksextremer Journalist.

Hinteregger beginnt Montag mit dem Reha-Training, eine Woche vor dem Start der Vorbereitung von Frankfurt unter seinem Trainer Oliver Glasner. „Bild“ wird sicher Hintereggers Zukunft in Frankfurt trotz Vertrag bis 2024 in Frage stellen. Wegen sogenannter Fehltritte. In Wahrheit gibt es für Sportchef Markus Krösche und Glasner wichtigere Dinge als Konsequenzen für den Kärntner. Ob mit dem Serben Filip Kostic eine Stütze zu Juventus wechselt, ob Mario Götze, der deutsche WM-Held von 2014, der Goldtorschütze zum 1:0 im Finale gegen Argentinien, kommt. Der 30 jährige hat eine Ausstiegsklausel im Vertrag, allerdings auch eine andere Option: Er könnte Salzburgs Ex-Trainer Roger Schmidt, der Götze im Oktober 2020 nach Eindhoven geholt und wieder zur alten Form geführt hatte, zu Benfica Lissabon folgen.

Hinteregger outete sich bei „Sky“ bereits als Götze-Fan, bezeichnete ihn als Spielertyp, der Frankfurt fehle. Ob Götze zum „Glasner-Fussball“ mit hohem Pressing passen würde? Man kann es in Erinnerung an Götzes erste Zeit bei Borussia Dortmund unter Jürgen Klopp annehmen. Allerdings war er damals zehn Jahre jünger.

Foto: Eintracht Frankfurt.

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