Fußball

Für die Austria wird´s in Ostrau nicht so heiß wie für Wolfsberg in Saloniki

Donnerstagabend wird, was Fussball-Liveübertragungen in ORF 1 betrifft, die Erinnerung an alte Zeiten. Als der ORF noch die Rechte für Europacupbewerbe hatte. Die hat er aktuell nur für die Qualifikation. Daher gibt es Donnerstag mehr als fünf Stunden Live-Fußball in ORF 1: Zum Auftakt aus Ostrau, wo die Wiener Austria einen Tag nach dem 30. Geburtstag von Kapitän Manfred Fischer (Bild) gegen Banik um den Aufstieg ins Play-off der Qualifikation zur Europa Lague  kämpft, danach kurz aus Saloniki, wo sich Cupsieger Wolfsberg viel besser als zuletzt präsentieren muss, um gegen Paok, den griechischen Vizemeister bestehen zu können, um die Chance auf die Ligaphase der Europa League zu wahren und dann in Konferenzschaltung nach Hütteldorf zu Rapid gegen Dundee United.

Für die Austria wird es in Tschechien sicher nicht so heiß wie für die Kärntner in Griechenland. Schon von den Temperaturen her. Die werden in Saloniki fast zehn Grad höher sein als in Ostrau. Und dann auch von der Kulisse. Das alte Toumba-Stadion in Saloniki fasst im Europacup 28.000  Zuschauer, das renovierte Mestsky-Stion in Ostrau um 13.000 weniger. Die Fans des vierfachen Meisters Paok, der letzte Saison Platz dri belegte, sind die temperamentvollsten und lautesteten in Griechenland. Wolfsberg muss auf einiges gefasst sein. Aber Trainer Didi Kühbauer hat Insider-Informationen: Von Ex-Rapid-Kapitän Stefan Schwab, der im Sommer nach fünf Jahren bei Paok mit je einem Meistertitel und Pokalsieg in die zweite deutsche Liga zu Holstein Kiel wechselte und weiß, wie Langzeittrainer Razvan Lucescu, der Sohn des rumänischen Teamchefs,tickt.  Kühbauer war Schwabs Trainer bei Rapid, der Kontakt zwischen ihnen riss nie ab, wegen Schwab „streamte“ Kühbauer letzte Saison einige Spiele von Paok, ohne zu wissen, dass er den kommenden Gegner in der Qualifikation für die Europa League beobachtet. Die griechische Meisterschaft, beginnt erst in zweieinhalb Wochen – das müsste ein Vorteil für Wolfsberg sein.

Banik Ostrau hat drei Runden in den Beinen, zwei mehr als die Austria, verlor in Prag gegen Bohemians 0:1, schlug daheim Teplice 1:0, schaffte am Wochenende in Prag gegen Dukla ein 1:1. „Ein starkes Kollektiv mit zwei, drei guten Individualisten“, behauptete Austrias Trainer Christian Helm vor dem vierten Auswärtsspiel hintereinander, „wir haben weiterhin überall Verbesserungsbedarf“. Mehr Effizienz im Angriff, so kompakt in der Defensive wie in der letzten Saison – dann könnte es die Topleistung geben, die Austria weiter bringt. Der bekannteste von Banik Ostrau ist der Trainer: Der 56 jährige Pavel Hapal war tschechischer Teamspieler, mit Bayer Leverkusen deutscher Pokalsieger. Er trainierte Banik seit Oktober 2022, von 2018 bis 2020 war er Teamchef der Slowakei.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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