Auf zweimal 1:1 gegen Brann Bergen und Ried folgte für den FC Salzburg ein bitteres 0:1 (0:0) gegen den belgischen Vizemeister Club Brügge: das dritte sieglose Spiel hintereinander reduzierte die Hoffnung auf die siebente Qualifikation für die Champions League auf ein Minimum. Es wird wohl im Herbst eher die Ligaphase in der Europa League werden. Auch wenn sich die Salzburger Verlierer auf Augenhöhe sahen, von Chancen sprachen, nächsten Dienstag in Breydel-Stadion mit dem „Wunder von Brügge“ alles umzudrehen: Dazu hat diese Mannschaft nicht Qualität genug. Deshalb müsste Sportchef Rouven Schröder eigentlich über die Bücher gehen, seine Personalpolitik hinterfragen. Salzburg hat volle Kassen, aber die Mannschaft im Vergleich zur letzten Saison nicht wirklich verstärkt. Im Gegenteil, der Abgang von Oscar Gloukh bedeutet eine Schwächung. Brügge gewann, obwohl zwei der stärksten Spieler fehlten: Der Schweizer Ardon Jashari, weil der Mittelfeldspieler um 36 Millionen Euro an Milan verkauft wurde und Abwehrchef Joel Ordonez, weil der Ecuador-Legionäre den Klub verlassen wird. Nutzen konnte dies Salzburg nicht.
Da Karim Onisiwo der Oberschenkel zwickte, begannen vor der enttäuschenden Kulisse von 12.800 Zuschauern nur zwei Österreicher, die Lokalmatadore Alexander Schlager und Stefan Lainer. Dorgeles Nene war statt Onisiwo zweite Spitze neben Yorbe Vertessen, Soumalia Diabate kam ins zentrale Mittelfeld neben Kapitän Mads Bistrup. Beide Mannschaften wollten nichts riskieren, irgendwie wirkte es wie ein Spiel mit angezogener Handbremse. Bei der Linksverteidiger Frans Kraetzig knapp vor der Pause die größte Chance ausließ, Salzburg erst ab der 70. Minute aktiver wirkte. Zuvor versuchte Trainer Thomas Letsch mit Edmund Baidoo und dem 17 jährigen Kerim Alojbegovic statt Vertessen und Maurits Kjaergaard für mehr Schwung zu sorgen. Aber eine Viertelstunde vor Schluss folgte der entscheidende Abwehrfehler: Der Holländer Björn Meijer konnte unbedrängt flanken, Romeo Vermant kam im Strafraum vor Salzburgs Abwehrchef Jacob Rasmussen zum Ball. Da gab es für den guten Schlager nichts zu halten. Dem Ausgleich kam Salzburg noch nahe. Zuletzt bei einem Kopfball von Nene (Bild), den der 37 jährige Brügge-Tormann Simon Mignolet aber hielt. Nicht mehr bei Salzburg ist seit Montag der englische Millionenirrtum Bobby Clark: Er wechselte auf Leihbasis zu Zweitligist Derby County, ist neuer Nebenspieler für Österreichs Teamspieler Andreas Weimann.
Sollte Salzburg eher unerwartet das Wunder von Brügge schaffen, wären die Glasgow Rangers, die Viktoria Pilsen (mit Ex-GAK-Tormann Florian Wiegele) im Ibrox-Park 3:0 abfertigten, der Gegner im Play-off. Das hat Roter Stern Belgrad nach dem 3:1-Auswärtssieg gegen Lech Posen, bei dem Marko Arnautovic ab der 79. Minute spielte, so gut wie erreicht. Gernot Trauner saß bei Feyenoords 2:1 (1:0) gegen Fenerbahce Istanbul wegen muskulärer Probleme auf der Tribüne des De Kuip.
Foto: Red Bull Salzburg/Klaus Huber.