Am 8. August feiert Herbert Prohaska, Österreichs Jahrhundertfußballer, der letzte Teamchef, mit dem sich Österreich für eine Weltmeisterschaft qualifizierte, seinen 70. Geburtstag. Sie können heute die 70. und damit letzte Geschichte dieser Serie aus dem Leben von Herbert Prohaska, insgesamt 70, lesen.
Auch nach seinem 70. Geburtstag wird Herbert Prohaska auf Laptop, i-Pad und ein modernes Smartphone verzichten. Er hält nichts davon, im Minutentakt Push-Nachrichten zu bekommen. Er wird weiterhin seinen Prinzipien treu bleiben, weil er bisher damit gut gefahren ist: Pünktlich und freundlich sein, die Leute grüßen, Autogramme schreiben, Selfies machen, wenn er jemanden damit eine Freude machen kann, sich nicht verstellen, den Hausverstand einsetzen, mit dem nötigen Gespür durchs Leben zu gehen. Ein natürliches Urteilsvermögen gehört für ihn zum Hausverstand, der ihn bisher alltagsfit machte. Gestritten hat er in seinem Leben nicht viel. Ausnahmen, wie Frank Stronach, bestätigten die Regel. So wie früher als Spieler, Trainer oder Teamchef kriegt er auch als TV-Analytiker nach wie vor „Fan-Post“. Er beantwortet jeden einzelnen Brief, auch die kritischen. Nur Beschimpfungen landen dort, wo sie hingehören, im Mistkübel.
Prohaska ist einer, der Harmonie braucht. Die findet er in ersten Linie als Familienmensch. 51 Jahre ist er mit Elisabeth glücklich verheiratet, 41 Jahre, bis zu ihrem Tod, lebte die von ihm sehr geschätzte Schwiegermutter bei ihnen. Da sich Elisabeth in den ersten 30 Jahren meist nach ihm richten musste, versprach er ihr 2004, dass er sich in den nächsten 30 nach ihren Wünschen richten wird. So ist es auch. Es kann daher durchaus passieren, dass er darauf verzichtet, ein Spiel der Champions League live im Fernsehen zu verfolgen, wenn Elisabeth, von der er in Dankbarkeit sagt, dass sie ihn auch vor einigen Dummheiten bewahrte, für diese Zeit etwas anderes geplant hat. Sein Familienleben bezeichnet er als eines, das man sich nur wünschen kann. Mit Barbara und Birgit zwei Töchter, die er als super bezeichnet, dazu tolle Schwiegersöhne und vier Enkel, die den Kontakt zu den Großeltern suchen. Egal ob Theo und Paula, die Kinder von Barbara oder Oskar und Ella, die Kinder von Birgit. Oskar hat auch fußballerisches Talent. Allerdings nicht wie der Opa im Mittelfeld, sondern als Abwehrspieler. Mitunter beobachtet ihn Herbert Prohaska im Nachwuchs von St. Andrä Wördern.
Im Interviewmarathon zu seinem Siebziger wurde ihm praktisch immer die Frage gestellt, was er sich für die Zukunft wünscht. Es fällt ihm nicht viel anderes ein, als zusagen, dass es so bleiben soll, wie es derzeit ist. Dann ist er schon zufrieden. Er möchte weiterhin ein guter Mensch sein.