Als Trainer der Grün-Weißen von Budapest, von Ferencvaros Budapest, hatte Peter Stöger vor vier Jahren gegen eine schottische Mannschaft in der Gruppenphase der Europa League kein Erfolgsergebnis, verlor gegen Celtic Glasgow 2:3 und 0:2. Mit den Wiener Grün-Weißen, mit Rapid, soll das Donnerstag in der dritten Runde der Qualifikation zur Europa League gegen Dundee United im Weststadion anders aussehen. Wenn es nach dem Marktwert der Mannschaften geht, dann wird das kein Problem sein. Bei dem hat Rapid laut dem Internetportal Transfermarkt mit 44,10 Millionen einen Vorsprung von 35,3 gegenüber den „bescheidenden“ 8,8 der Schotten. Die haben keinen Spieler mit einem siebenstelligen Marktwert im Kader, bei Rapid sind hingegen zehn aus der vermutlichen Startelf mehr als eine Million wert: Torhüter Niklas Hedl, die komplette Abwehr mit Bendegüz Bolla, Nenad Cvekovic, Serge Raux Yao und Jannes Horn, im Mittelfeld Mamadou Sangare (er steht mit sechs Millionen am höchsten im Kurs), Romeo Amane und Kapitän Mathias Seidl, im Angriff Andrija Radulovic und Janis Antiste. Die Ausnahme ist der Norweger Petter Dahl.
Stöger gibt auf das nichts, lächelt die Favoritenstellung souverän weg: „Gegen Wacker Innsbruck im Cup war der Unterschied beim Marktwert sicher noch größer und wir haben uns schwer getan, 1:0 zu gewinnen!“ Schwer tun wird sich Rapid vor großer Kulisse (Mittwoch waren 17.000 Karten verkauft) gegen Dundee United. Der Vorteil Rapids könnte darin liegen, dass Dundees irischer Trainer Jim Goodwin eine neue Mannschaft zusammenstellen musste. Es gab 19 Neuzugänge und 13 Abgänge. Das erklärt auch die nur knappen 1:0-Siege in der Runde davor UNA Strassen aus Luxemburg, beim Heimspiel im Tannadice Park waren Rapids Analysten vor Ort. Im Tor spielt der Ukrainer Yeogeni Kucharenko, das Abwehrzentrum mit dem Holländer Bert Esselink und dem Moldawier Iurve Iovu ist komplett neu. Iovu war einer der vier Torschützen in den bisherigen vier Pflichtspielen, die anderen drei sind der australische Stürmer Zac Sapsford, der Kroate Ivan Dolcek, der letzte Saison in der Slowakei spielte und der kantige englische Mittelstürmer Max Wattis.
Das Duell Rapid gegen Dundee gab es schon einmal: vor 31 Jahren im Viertelfinale des Europacups der Meister, als in der Ära von Trainer Otto Baric zuvor Nantes und Bohemians Prag ausgeschaltet wurden. Gegen Dundee gelang das der Mannschaft mit Hans Krankl, Heribert Weber, Antonin Panenka, Zlatko Kranjcar und Herbert Feurer im Tor nicht mehr: 2:1 im Hanappi-Stadion, 0:1 in Dundee, die Auswärtstorregel entschied für die Schotten. Aber die gibt es nicht mehr. Zum letzten Mal war eine schottische Mannschaft vor sechs Jahren in Hütteldorf der Gegner. Damals schlug Rapid mit Didi Kühbauer als Trainer die Glasgow Rangers im letzten Gruppenspiel der Europa League 1:0, kam dadurch in die k.o-Phase, in der gegen Inter Mailand Endstation war. Nach dem Goldtor von Dejan Ljubicic sangen die Fans vom „magischen SCR“. Donnerstag sollte wieder eine Gelegenheit dazu sein.
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