In der Bundesliga läuft für Red Bull Salzburg auch ohne Oscar Gloukh und Dorgeles Nene nach Plan: Das 3:0 (2:0) gegen den LASK vor 11.000 Zuschauern war der dritte Sieg hintereinander, der zweite Heimsieg ohne Gegentor. Aber eigentlich sagt das noch wenig aus. Denn von den vier Gegnern, Aufsteiger Ried, GAK, Hartberg und LASK kam keiner in der letzten Saison unter die ersten sechs. Gegen die Linzer spielten die Salzburger dazu ab der 25. Minute mit einem Mann mehr: Weil der Wiener FIFA-Referee Julian Weinberger, im Zivilberuf bei der Polizei, kein Verständnis für die Dauerkritik von LASK-Kapitän Sascha Horvath hatte, zeigte er ihm innerhalb einer Minute die gelb-rote Karte. Horvath betonte im Sky-Interview, Weinberger nicht beleidigt zu haben. Der Schiedsrichter wollte nicht verraten, welche Worte es waren, die ihn dazu bewogen, so durchzugreifen: „Ein Kapitän sollte ja Vorbild sein!“
Zum Zeitpunkt des Ausschlusses von Horvath führe Salzburg mit etwas Glück schon 2:0. Denn bei 0:0 ging ein Kopfball von LASK-Legionär Keba Cisse an die Innenstange. Statt 0:1 hieß es bald 1:0: Nach einer gelungenen Eckballvariante gelang Soumalia Diabate, letzte Saison Leihspieler bei Blau Weiß Linz, sein erstes Bundesligator. Dann verwandelte Petar Ratkov (Bild), zuletzt als Joker Siegtorschütze gegen Hartberg und deshalb ebenso wie der Japaner Sota Kitano einer von fünf Neuen in der Startelf, eine Flanke von Maurits Kjaergaard per Kopf. Mit einem Mann mehr kam Salzburg nicht mehr in Schwierigkeiten, ließ einige Chancen aus, ehe Joker Edmund Baidoo nach einer Flanke von Stefan Lainer für das zweite Kopftor sorgte. Zwölf erzielte Tore in vier Runden sind zwar okay – aber gegen eine Steigerung von Salzburg gegenüber der letzten Saison spricht, dass die internationale Bewährungsprobe im Kampf um die Champions League gegen den Club Brügge nicht bestanden wurde. Da gab es zwei Niederlagen.
Für den LASK war es die dritte in vier Runden. Es wird nicht mehr viel brauchen, dass CEO Siegmund Gruber unruhig wird. Der neue Trainer Joao Sacramento versucht weiter, positiv zu bleiben. Noch schlechter geht es dem zweiten Linzer Klub: Blau Weiß Linz blieb mit der 0:2 (0:0) Heimpleite gegen Aufsteiger Ried, der seinen ersten Saisonsieg feierte, weiter ohne Punkt und ohne erzieltes Tor. Schützenkönig Ronivaldo schied schon nach neun Minuten mit einer Muskelverletzung aus. Beide Treffer erzielte mit Philipp Pomer einer, der mit Ried auch vor zwei Jahren in die zweite Liga abgestiegen war. Besserung ist für den neuen Blauweiß-Trainer Mitja Mörec nicht in Sicht: Nächste Runde muss Blau Weiß nach Salzburg.
Foto: Photo by Christian Hofer/RB Salzburg.