Meister Arsenal eröffnet Freitagabend die neue Saison in Englands Premier League, der teuersten der Welt, mit dem Heimspiel gegen Coventry, Viele Experten sehen nach dem ersten Titel seit 20 Jahren Arsenal erneut als Favorit, auch weil fast alles gleich blieb. Vor allem auch Trainer Mikel Arteta. Bei Manchester City (Ex-Guardiola-Assistent Enzo Maresca), Liverpool (Andoni Iraola) und Chelsea (Xabi Alonso) gibt es neue, bei Manchester United mauserte sich Michael Carrick von der Interims- zur Dauerlösung. Viele fragen sich auch: Kann Oliver Glasner bei seinem neuen Klub Nottingham Forest ähnliche Wunder bewirken wie bei Crystal Palace mit den ersten drei Titeln der Klubgeschichte? Viele trauen ihm das zu. Glasner bremst aber etwas vor dem Startspiel am Samstag im 30.000 Zuschauer fassenden City Ground gegen Leeds: „Es ist alles auf Schiene, aber es geht jetzt in erster Linie darum, den Klub zu stabilisieren!“ In der letzten Saison verbrauchte Boss Evangelos Marinaikis, der milliardenschwere griechische Reeder, mit Nuno Espirito Santo, Ange Postecoglu, Sean Dyche und Vitor Pareira vier Trainer. Nottingham kam zwar bis ins Semifinale der Europa League, scheiterte am Sieger Aston Villa, in der Premier League reichte es nur zu Platz 16.
Wie bei vielen anderen Klubs ist auch bei Nottingham der Kader noch nicht fertig, wie es so schön heißt. Zwei Spieler sollen laut Glasner noch kommen, die er gemeinsam mit Sportvorstand George Syrianos noch holen wird. Er verlor Mittelfeldspieler Elliot Anderson an Manchester City. Mit 135 Millionen Ablöse war dies bisher der zweitteuerste Transfer der Premier League. Der teuerste Neue, den Schlager bekam, war Innenverteidiger Ousmade Diamade von Sporting Lissabon, der vierzig Millionen kostete. Der Ivorer gehört gemeinsam mit Landsmann Ibrahim Sangare, Xaver Schlager, dem Schweizer Flügelstürmer Dan Ndoye und dem 34-jährigen Neuseeländer Chris Wood zu den Spielern, die bei der WM im Einsatz waren und daher verspätet in die Vorbereitung einstiegen. Mit ein Grund, warum Nottingham zum Start noch nicht in Bestform sein wird, wie Glasner erklärte. Derzeit spielt Nottingham im 3-4-3, Schlager hat seine Rolle im zentralen Mittelfeld: „Mit jedem Training wurde er besser“, zeigte sich Glasner mit der Entwicklung seines Landsmanns zufrieden.
Mit an Bord sind mit Ausnahme von Ronald Brunmayr, der sich eine Auszeit nahm,Glasners langjährige Assistenten: Michael Angerschmid, Emanuel Pogatetz, Michael Berkthold, und Ex-Austrianer James Holland. Neu dazukam Michael Gspurning, der Tormanntrainer von Österreichs Nationalteam, der nach mehr als einem Jahrzehnt bei Union Berlin etwas Neues erleben wollte. Gestiegen ist die Zahl der deutschen Trainer in der Premier League: Zu Fabian Hürzeler (Brighton) und Daniel Farke (Leeds) kamen zwei mit erfolgreicher Salzburg-Vergangenheit: Marco Rose folgte auf den neuen Liverpool-Trainer Irasola bei Bournemouth, Matthias Jaissle stieg bei Newcastle ein. Bei dem Klub, an dem der saudisch-arabische Staatsfonds die Mehrheit hat. Jaisle kam aus Saudiarabien von Al Ahli. Ein Verein, im Besitz des Staatsfonds. Jaissle zeigte an einem Ex-Salzburger Interesse, an Nicolas Seiwald, mit dem aber RB Leipzig fix plant.
Es gibt auch mehr österreichische Legionäre als letzte Saison: Nicht mehr nur Kevin Danso, der bei Tottenhams Retter Roberto De Zerbi nichts gesetzt ist, sondern auch Xaver Schlager und die Innenverteidiger Michael Swoboda, der von Venezia zu Brighton wechselte, und Jannick Schuster, für den Brentford an Red Bull Salzburg 18 Millionen zahlte. Swoboda war dank Ausstiegsklausel um 13 billiger. In der ersten Runde könnte es am Samstag zum Österreicher-Duell bei Brentford-Tottenham kommen. Tottenham hat sechs Innenverteidiger im Kader. Neu verpflichtet wurden der Holländer Jan Paul van Hecke von Brighton um 60 Millionen und der ablösefreie Argentinier Marco Senesi von Bournemouth. Brighton empfängt Sonntag Europa League-Sieger Aston Villa, Rose muss mit Bournemouth zu Manchester City, Jaissle an die Anfield Road zum FC Liverpool.
Foto: Nottingham Forest.