Der Traum von der Champions League ist für Meister LASK vorbei. Das 0:3 (0:2) vor 60.000 Zuschauern bei Celtic Glasgow bedeutet wohl, dass der von 700 Fans begleitete LASK in der Europa League weitermachen wird, dort nur 4,3 Millionen Startgeld statt 18,62 in der Königsklasse kassieren wird. Das Aufstiegswunder wird es am Dienstag beim Retourspiel im Linzer Stadion nicht geben. Ein Edel-Fan von Celtic machte bei den Jubelgesängen nach den drei Toren begeistert mit: Rod Stewart, der vor kurzem seine August-Tournee wegen Herzbeschwerden absagte. Der Rockstar war offenbar wieder gesund genug, um seinen Lieblingsklub zu feiern. Auch wenn es bei diesem Resultat unglaubwürdig klingt: In Wahrheit stürzten nur wenige Zentimeter die Linzer in ihr Unglück.
Moses Usor stand ganz knapp abseits, als er nach 28 Sekunden, beim ersten Angriff, nach einem weiten Pass von Andres Andrade den Ball unter die Latte donnerte. Knapp abseits war auch Samuel Adeniran, als er in der 34. Minute eine Flanke von Georg Bello per Kopf verwertete. Das wäre der Ausgleich zum 1:1 gewesen. Celtic kann sich dank seiner Effizienz auf die Champions League freuen: Aus den ersten drei Schüssen fielen zwei Tore. Beim LASK stand am Ende auch nach 14 Schüssen noch die Null. Zu 14 Torschüssen muss man im Celtic-Park erst kommen. Ärgerlich auch, wie die ersten zwei Tore zustande kamen: Vor dem 0:1 nach 26 Minuten wurde ein missglückter Klärungsversuch von Kapitän Sascha Horvath zur Vorlage für Benjamin Nygren. Der übernahm mit links volley, bei dem Knaller von Nygren, der mit Schweden bei der WM gespielt hatte, unter die Latte gab es für Jungwirth nichts zu halten. Ebenso beim 0:2 durch den Kolumbianer Camilo Duran, ebenfalls ein Volley mit links (Bild oben). Der Ball flog nach einem Kopfballduell zwischen Andrade und Kasper Högh vor Durans Beine, der kam unbedrängt im Rückraum zum Schuss.
Moses Usor hätte den LASK nach 62 Minuten auf 1:2 heranbringen können. Der Haken im Strafraum, um Celtics amerikanischen Abwehrchef Carter Vickers auszuschalten, war sehr gut, der Abschluss zu zentral auf den finnischen Goalie Vitali Sinisalo. Duran hatte mehr Qualität: Nach Vorlage von Nygren traf er von rechts mit links genau ins lange Kreuzeck. LASK-Linksverteidiger George Bello bekam Duran nie in den Griff. Der Kolumbianer, der letzte Saison mit Aserbaidschan-Meister Qarabag Agdam in der Champions League war, erwies sich als Unterschiedsspieler, den der LASK nicht hatte. Ähnlich trifft auf Nygren zu. Dennoch: Mit einer besseren Effizienz als in Glasgow kann man dem LASK in der Europa League Siege zutrauen.
So wie LASK ist auch NEC Nijmegen, der neue Klub von Ex-Wolfsberg-Tormann Nikolas Polster gescheitert. Er verlor daheim gegen Bodoe Glimt aus Norwegen 1:3 (0:2). Polster spielte eine Woche nach seinem Transfer noch nicht.
Foto: UEFA.