Fußball

Für Stöger hat Rapids 1:1 vor 19.384 Zuschauern seinen Zweck erfüllt

Das Beeindruckendste bei Rapids 1:1 (0:1) zur Saisoneröffnung gegen Union Berlin am Sonntagnachmittag im Allianz-Stadion war die Kulisse. 19384 Zuschauer in Hütteldorf, darunter 1500 Fans der „Eisernen“ aus Berlin, die nicht zu überhören waren, das war doch ein Statement. Samstag schlug Meister Sutrm Graz den deutschen Aufsteiger Hamburger SV vor 9232 Besuchern 2:1, Freitag verlor die Wiener Austria vor 7000 gegen Hertha BSC Berlin 1:2, schlug der LASK Hajduk Split vor 2850 2:1, ehe die Linzer Samstag mit einer verjüngten Mannschaft gegen Union Berlin vor 6442 0:2 (0:1) verloren. Da hat Rapid schon eine Ausnahmestellung, keiner kommt an Grn-Weiß heran. Sportlich ist das noch nicht so.

Die Ex-Rapidler Christopher Trimmel und Leopold Querfeld wurden mit viel Beifall empfangen. Sie waren lange Zeit auch besser als die aktuellen Rapidler. Querfeld gefiel mit klugem Stellungsspiel,  Zweikampfstärke, die er auch gegen Rapids Torschützen Claudy Mbuyi zeigte (Bild) und klugem Spielaufbau. Nach Trimmel erstem Eckball wäre Rapid beinahe schon nach zwei Minuten in Rückstand geraten, das verhinderte Nenad Cvetkovic mit einer Rettungstat auf der Linie. Wenn man bedenkt, dass für Rapid schon am Donnerstag in der Qualifikation zur Conference League beim FC Decic Tuzi in einem Vorort von Montenegros Hauptstadt Podgorica der erste Ernstfall kommt, bei Union Berlin erst Mitte August mit der erste Runde im deutschen Pokal, dann gibt es zu denken, wie Union bis zur Pause Rapid beherrschte. Wenig zuließ, selbst nach einem Fehler von Rapids Tormann Niklas Hedl kurz vor der Pause in Führung ging. Nach der Pause änderte sich das. Mit verändertem Personal. Trainer Peter Stöger, für den der letzte Testlauf seinen Zweck erfüllte, tauschte zur Pause sieben Feldspieler aus, nach dem Ausgleich von Claudy Mbuyi nach 68 Minuten nochmals drei, darunter den Torschützen. Also gesamt alle.

In der Startelf fehlten Serge-Philippe Raux Yao und Mamadou Sangare. Nachvollziehbar, weil sie Donnerstag gesperrt sind. Dazu der Ungar Bendegüz Bolla ach einer Zahnoperation und der neue Norweger Petter Dahl wegen Trainingsrückstand. Im 4-2-2-2 begannen in der Abwehr Furkan Demir, der auffällige Szenen hatte, Cvetkovic, Ange Ahoussou und erstmals Jannes Horn, im zentralen Mittelfeld Romeo Amane und Matthias Seidl, in den Offensivrollen hinter den Spitzen Claude Mbuyi und Jean Antiste, der beim Debüt guten Ansätze zeigte, Louis Schaub und Dominik Weixelbraun. Der 21 jährige wurde eigentlich von Zweitligist Amstetten nur für Rapid II geholt, aber er fiel Stöger im Training auf: „Ein guter Zocker, der Bua gefällt mir“, urteilte Stöger über Weixelbraun. Der 70 Minuten gar nicht schlecht spielte, mit links von rechts gute Freistöße und Eckbälle schoss und auch zum Europacupkader gehört.

Bis zur Pause fehlen Tempo, Ideen, der Spielfluss, spielerische Lösungen, wie es Stöger nannte. Das mag auch an der drückenden Hitze gelegen haben. Mit geändertem Spielaufbau ging es besser, gefährlicher machte Rapid auch Andrija Radulovic, der zunächst mit einem Freistoß die Stange traf, dann den Treffer von Mbuyi stark vorbereitete. Dass Rapid im Finish den stärkeren Eindruck machte, wird auch daran gelegen haben, dass Union am Tag davor in Linz spielte.

Ein 19 jähriger, der alle Akademieteams bis zu Rapid II durchlief, auch neun Pflichtspieleinsätze bei den Profis hatte, wollte nicht bei Rapid bleiben: Jovan Zivkovic wechselte nach Vertragsende ablösefrei zum ungarischen Erstligisten Eto Györ.

Foto: Foto by Hofer/Christian Hofer.

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