Fußball

Gernot Trauner auf den Spuren von Franz Hasil

Letzten Mittwoch triumphierte Ex-LASK-Trainer Oliver Glasner mit Eintracht Frankfurt im Endspiel von Sevilla gegen die Glasgow Rangers in der Europa League, ließ danach die Sau raus. Unter anderem mit einem Kurztrip nach Mallorca, zu dem ihn seine Assistenten Ronnie Brunmayr und Michael Angerschmid auf dem Rückweg von Sevilla überredeten. Im Bierkönig am Ballermann feierte Glasner mit Strohhut, Sonnenbrille und im Eintracht-Trikot von Filip Kostic. Eine Woche nach Glasner könnte auch der Ex-LASK-Kapitän jubeln. Wenn Gernot Trauner mit Feyenoord Rotterdam in Tirana das erste Finale der Conference League gegen AS Roma gewinnen sollte. Das wäre die Krönung der ersten Saison des 30 jährigen als Legionär. Dann würde er als erster Österreicher nach 52 Jahren mit Feyenoord einen internationalen Titel gewinnen. Der letzte war Franz Hasil 1970 in der Ära von Ernst Happel mit Siegen im Europacup der Meister und im Weltpokal.

So wie in Österreich blieb auch in Hollands Eredivisie das Nasenpflaster ein Markenzeichen von Trauner. Da Feyenoord Trainer Arne Slot mit Viererkette spielen lässt, musste sich Trauner umstellen. Beim LASK war er der zentrale von drei Innenverteidigern. Es gelang ihm, sonst wäre er nicht der neue Liebling der Feyenoord-Fans geworden. An Glasner schickte Trauner letzten Mittwoch Glückwünsche via SMS, sicher würde sich Glasner aus dem Urlaub revanchieren, sollte Trauner nach seinem 45. Spiel für Feyenoord den Pokal in die Höhe halten: „Es wird das wichtigste in meiner Karriere“, sagt Trauner. Ob es auch das schönste wird, muss sich erst zeigen: „Ein Finale ist nur dann schön, wenn man es auch gewinnt!“

Zuletzt gewann Feyenoord 2002 ein großes Finale. Das im UEFA-Cup gegen Borussia Dortmund. Am Weg ins Endspiel schalteten der Dritte der Eredivisie hinter Ajax Amsterdam und PSV Eindhoven nach dem Gruppensieg gegen Slavia Prag, Union Berlin und Maccabi Haifa Partizan Belgrad, nchmals LASK-Bezwinger Slavia Prag und Olympique Marseille aus. Ein Trumpf ist auch der bisher beste Torschütze der Conference League, die aus Nigeria stammende Genk-Leihgabe Cyriel Dessers, der in zwölf Partien zehn Treffer erzielte. Im Tor spielt Israels Teamkeeeper Ofir Marciano.

So wie Glasner für Trauner wird Österreichs Jahrhundertfußballer Herbert Prohaska daheim vor dem TV-Schirm AS Roma die Daumen halten. Der Mannschaft, mit der er 1983 den Meistertitel gewonnen hatte, die international seit 1961, dem Sieg im damaligen Messepokal, leer ausging. Trotz des portugiesischen Torhüters Rui Patricio, des Armeniers Henrik Mkhitaryan, des englischen Torjägers Tammy Abraham und Italiens Teamspieler Nicola Zaniolo, der Topstar ist der Trainer: Jose Mourinho kann der erste werden, der alle europäischen Wettbewerbe gewinnt. Mit FC Porto und Inter Mailand gewann er die Champions League, mit Porto den UEFA-Cup und den Supercup, mit Manchester United die Europa League.  AS Roma hätte sich vom Engagement des Portugiesen mehr als Rang sechs in der Serie A hinter dem Stadtrivalen Lazio erwartet, die Conference League wäre eine Entschädigung für den 59 jährigen, den einige schon als Auslaufmodell bezeichneten, weil er mit Tottenham zwischen 2019 und 2021 nichts erreichte, mit AS Roma in der Conference League blamable Niederlagen gegen Norwegens Meister Bodoe Glimt bezog (1:6 im Gruppenspiel, 1:2 im ersten Viertelfinale).  ServusTV mit seinen Experten Sebastian Prödl und Florian Klein sowie Sky Austria mit Alfred Tatar übertragen das erste Endspiel, das in Albaniens Hauptstadt stattfindet, direkt. Das Nationalstadion fasst 21.600 Zuschauer. Aus Rom werden 70.000 Tifosi erwartet, aus Holland 55.000 Feyenoord-Fans. Das programmierte Chaos.


Foto: Feyenoord Rotterdam.

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