Fußball

Große Sorgen um das Herz von Buffy

Seinen Wiener Schmäh hat er nicht verloren, obwohl er sin 47 Jahren im Schwabenland lebt. Seit 1971, als der  VfB Stuttgart von Wacker Innsbruck den schussgewaltigen Mittelfeldspieler Hans „Buffy“ Ettmayer holte. den Spitznamen bekam er  von seinem Förderer und Trainer Leopold Stastny, der ihn 1966 aus der Reserve der Wiener Austria nach Tirol holte, ihn zwei Jahre später als Teamchef zum Teamspieler machte. „Buffy“ kam aus dem Tschechischen, bedeutete so etwas ähnliches wie kleines Dickerchen. Denn die Diskussionen um sein Kampfgewicht begleiteten Ettmayer, der aus seiner Vorliebe für Schaumrollen ,Torten oder für „Burnhäutl´n und Wurstsemmeln nie ein Hehl machte, in seiner ganzen Karriere machte. Egal, wie er spielte. Auch nach genialen Pässen oder Krachern aus der zweiten Linie mit seinem linken „Schokoladenfuss.“ Zu seiner Zeit gab es noch keine Abstellungspflichten für Legionäre wie in modernen Fußballzeiten. Ein Mittelfeld im Teamdress mit Franz Hasil, Gustl Starek und Ettmayer stand daher  selten zur Verfügung. Aber wenn, dann konnten mit dem Trio Gegner schwindlig gespielt werden. Auch wenn keiner  es mit Defensivarbeit wirklich genau nahm. 30 Länderspiele absolvierte Ettmayer für Österreich, ohne dass ihm ein Tor gelang. Sogar bei einem Elfmeter war er gescheitert. 1970 im ausverkauften Wiener Stadion beim 1:2 gegen Vizeweltmeister Italien an Tormann Albertosi. Bei Innsbruck, Stuttgart und später beim Hamburger SV hatte Buffy stets getroffen.

Spätestens als Ettmayer am 26.Jänner 1974 in Stuttgart beim 3:1 des VfB gegen Eintracht Frankfurt mit einem Hammer unter die Latte das 10.000 Tor der deutschen Bundesliga erzielt hatte, galt er als Topstar. Für den VfB Stuttgart ist er bis heute eine Ikone. Einer der großen Sponsoren, der  Weltmarktführer in Sachen Handwerkmaschinen, namens Würth, setzt ihn noch immer bei VfB-Spielen als Betreuer seiner Gäste im VIP-Bereich ein. Die hielt er mit seinem in viele Schmäh´s und knackige Sprüchen verpackten Fachwissen bei Laune. Jetzt macht sich der VfB Stuttgart wieder einmal Sorgen um seine Ikone Buffy, Weil der 72jährige im Spital von Esslingen liegt. Er konnte nicht mehr richtig gehen, hatte Schmerzen wie zuvor noch nie in seinem Leben. Durch einen schweren Arthritis-Anfall. Zum Glück sprachen die Medikamente an, kann Weihnachten daheim feiern. Aber die Sorgen um ihn bleiben dennoch groß.

Er muss sich sehr schonen. Denn ihm wurden bereits drei Bypässe, ein Herzschrittmacher und ein Defibrillator eingesetzt. Die Pumpleistung eines Herzens liegt nur noch bei 20 Prozent. „Buffy“ müsste sich sehr schonen. Aber ruhig zu sein, nicht unter Leuten sein, nicht mehr in Stadion zu gehen, die Spiele seines VfB zu sehen, das passt gar nicht zum Naturell des Schmähbruders, der gerne Probleme überspielt. Da sind Aufregungen kaum zu vermeiden. Man kann ihm nur alles Gute wünschen.

Foto: © Carsten Riedl.

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