Noch Samstag in Salzburg und eine Woche später die zwei Finalspiele um einen Europacup-Platz, dann ist die Karriere von Rapids Nummer neun, Guido Burgstaller, vorbei. Wegen seiner Vergangenheit beim 1. FC Nürnberg, bei Schalke und St. Pauli war dies der deutschen „SportBild“ ein Abschiedsinterview mit dem 36 jährigen Kärntner wert. Ein Reporter flog nach Wien, redete mit Burgstaller in Rapids Trainingszentrum direkt neben dem Happel-Stadion. Zu lesen ist dies seit Mittwoch auf drei Seiten. Eigentlich ist es ein Wunder, dass er zuletzt im Derby gegen die Austria und gegen Tabellenführer Sturm Graz jeweils ein Tor erzielte.
Burgstaller gibt zu, dass sich der Begriff Glück für ihn verstärkt hat. Und dass er immer wieder an den verhängnisvollen Vorfall vom 13. Dezember letzten Jahres erinnert wird: „Mein Körper zeigt mir immer wieder Symptome, vor allem nach anstrengenden Trainingseinheiten. Dann wird mir häufig schwindelig. Teilweise in der Kabine, teilweise, wenn ich mich zu Hause auf das Sofa lege. Mir wird teilweise immer noch schwarz vor den Augen. Ich spüre einfach, dass der Körper arbeitet, dass die Zellen noch nicht wieder gesund sind. Auch wenn es von Woche zu Woche besser wird.“ Das Ziel, wieder auf dem Platt zu stehen, habe den Heilungsprozess vielleicht sogar beschleunigt: „Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich mir mehr Zeit hätte geben sollen, da die Reaktion anfangs doch ziemlich heftig waren!“ Er hatte das Glück, dass sein Schädel nach dem Aufprall auf dem Asphalt gebrochen war: „Das hat mich gerettet. Denn das Gehirn schwillt nach so einem Aufprall stark an, benötigt mehr Platz. Durch den Riss der Schädeldecke war das gegeben. Andernfalls hätte die Ärzte meinen Kopf aufbohren müssen, um den Druck abzusenken. „Die Bilder, die es via Videoüberwachung von dem Vorfall gibt, wurden ihm bei seiner Aussage bei der Polizei gezeigt: „Ich war froh, als ich sie gesehen habe. Mir wurde immer erzählt, dass mich keine Schuld traf. Aber ich wusste es nicht. Die Bilder zeigen, dass ich total zurückhaltend war, die Hände in den Hosentaschen hatte. Das war schon eine kleine Erleichterung, dass ich in dieser Ausnahmesituation nicht falsch reagiert habe.“
Als Folge erkennt er den exakten Geschmack weiterhin nicht. Er könne nicht sagen, ob eine Speise zu stark gesalzen ist. Er bekam von einem Neurologen Öle, an denen er immer wieder riechen soll, damit das Gehirn diese Reize vielleicht wieder aufnimmt. Bis jetzt ist der Stand immer noch der nach dem Unfall. Das können bis zu einem Jahr dauern, bis die Sinne zurückkomme . Und wenn bis Jahresende nichts passiert, dann wird es wahrscheinlich lebenslang so bleiben: „Aber ich möchte mich nicht beklagen. Es hätte schlimmer kommen können!“ Das Karriereende überlegt er schon im vergangenen Sommer. er will seinem Körper nach 20 Jahren Profifußball eine Auszeit gönnen. Danach kann er sich gut vorstellen, als Jugendtrainer oder Assistent zu arbeiten. Den Stress als Cheftrainer möchte er nicht haben.