Rapid hat derzeit eine neue Torgarantie, mit der vor Saisonbeginn in dieser Form keiner rechnete: Moulaye Haidara sorgte in den letzten sechs Spielen für fünf Treffer, scorte in allen drei Bewerben. Dafür brauchte er insgesamt nur 216 Minuten. Nur beim 6:2-Heimsieg gegen Santa Coloma. bei dem Haidara, der am 1. August 20 Jahre jung wurde, erstmals in der Startelf stand, traf er nicht. Drei Tore gelangen ihm in der Qualifikation zur Europa League, je eines im Cup gegen Wienerberg und Sonntag zum wichtigen 2:1 (1:0) in der Bundesliga bei Ried. Alle übrigens als Joker. Im Innviertel besorgte er den entscheidenden Treffer, der Rapids ersten Sieg in Ried mit Hoff Thorup als Trainer im dritten Anlauf möglich machte: „Er hat den nötigen Torriecher“, lobte Thorup den U-21-Teamspieler von Mali. Im August 2025 kam er zu Rapid, war für die zweite Mannschaft geplant. Sein einziger Bundesligaeinsatz in der vergangenen Saison dauerte am 15. Februar bei der 0:2-Niederlage im Auswärtsderby bei der Austria neun Minuten. Sein Vertrag läuft bis 2027, Rapid wird die Option auf Verlängerung ziehen. Vor der Saison stand sein Marktwert auf 300.000 Euro, er wird sicher schon gestiegen sein.
Rapid gelang in Ried durch Linksverteidiger Jannes Horn (Bild) die schnelle Führung. Er traf nach acht Minuten mit links von der Strafraumgrenze, jubelte über den erst zweiten Treffer seiner Profikarriere. Beide gelangen für Rapid. Bis zu einem Lattenknaller von Ex-Rapid-Kapitän Stefan Schwab im Finishd ere ersten Hälfte schien Rapid alles unter Kontrolle zu haben. Kurz nach der Pause ließ Ercan Kara zwei Möglichkeiten zur 2:0-Führung aus. Danach wurde das Match „vogelwild“. Mit Chancen auf beiden Seiten. Dann gelang ausgerechnet Schwab doch der Ausgleich. Er bezwang Niklas Hedl per Kopf. Der nach 66 Minuten gemeinsam mit Nikolaus Wurmbrand und Marco Tilio eingewechselte Haidara antwortete aber schon drei Minuten nach dem Ausgleich: Seinem Sprint nach einem weiten Ausschuss von Held war Rieds Innenverteidiver Oliver Steurer nicht gewachsen. Haidara behielt vor Tormann Andreas Leitner die Nerven, ließ die Rapid-Fans unter den 6600 Zuschauern jubeln.
Das zweite große Gesprächsthema außer Haidara war Rieds Sportchef Wolfgang Fiala. Zwar scheinen sich Ried und Rapid auf die Sprachregelung geeinigt zu haben, dass es nichts Konkretes zu vermelden gibt, doch es steht außer Zweifel, dass Fiala neuer technischer Direktor bei Rapid wird. Mit welchen Kompetenzen ist die Frage. Fiala hat eine Ausstiegsklausel im Vertrag mit Ried, die erst zu Jahresende fällig wird. Will Ried seinen Wechsel noch zu Geld machen, ist die eine Frage. Die andere, von wem bei Rapid die Intiative kam, Fiala zu kontaktieren. Sportchef Markus Katzer wird es nicht gewesen sein, denn wer holt schon freiwillig einen, der sein Nachfolger werden könnte? Es wird schon eine Aktion des Präsidiums gewesen sein, in dem Michael Tojner und Ex-Rapidler Michael Hatz für den Sport zuständig sind. Als Stärken von Fiala werden seine genauen Planungen genannt. In Ried führten sie zum Erfolg.
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