Jetzt ist der violette Fehlstart in die Bundesliga perfekt. Gegen Meister LASK lief vor 12.600 Zuschauern in entscheidenden Szenen alles gegen die Austria, die beim 0:2 (0:0) auch noch Abwehrchef Aleksandar Dragovic mit einer roten Karte wegen Torraubs verlor. Die Niederlage wurde von einer engen Abseitsentscheidung von VAR Jakob Semler bei Austrias vermeintlicher Führung begleitet, dazu von vielen Fehlern des überforderten Salzburger Schiedsrichters Arnes Talic (Bild), der Austrias Trainer Stephan Helm schon nach einer halben Stunde die gelbe Karte zeigte. Nachvollziehbar, dass Helm einige falsche Pfiffe, die Nerven kosteten, nicht unkommentiert ließ. So wie Hartberg hat Austria noch keinen Punkt und kein Tor erzielt. Der LASK kann sich über den zweiten Sieg ohne Gegentor freuen, nur noch Rapid hat nach dem 2:1 gegen Ried ebenfalls sechs Punkte. Titelanwärter Red Bull Salzburg ließ mit dem 1:1 (0:0) in Wolfsberg zwei Punkte liegen.
Bei Austria gab es gegenüber Donnerstag vier Umstellungen, der Rotation fiel auch Kapitän Manfred Fischer zum Opfer, der erst in der 74. Minute eingewechselt wurde. Damit passierte genau das, was der erfahrene Fischer vor der Saison bei der Bundesligapräsentation prophezeite, als Helm erklärte, er werde anders als letzte Saison seine Leistungsträger nicht voll belasten, sondern eher dosiert einsetzen: „Dann bin ich in der zweiten Runde auf der Bank“, sagte Fischre wenig später. Genau das passierte. Johannes Eggestein spielte bis zur Pause, ohne Gefahr zu erzeugen. Die vorentscheidende Szene passierte schon nach 13 Minuten: Nach einer abgewehrten Eckball brachte Dragovic, der mit einem „Turban“ begann, den Ball nochmals präzise zu Taesok Lee, der von rechts mit links flankte. Ibrahim Buhari verlängerte per Kopf ins lange Eck. Austria jubelte – aber verfrüht. Denn nach fast fünf Minuten entschied Semler, dass Taseok Lee im Abseits stand. Eine Millimeterentscheidung, denn nach dem Sky-Bild war nicht wirklich erwiesen, dass der Südkoreaner bei der Ballannahme vor LASK-Rechtsverteidiger Kaspar Jörgensen stand. Gefährlich wurde die Austria danach erst wieder in der 47. Minute, als Sanel Saljic die Latte traf. Das wäre die Führung gewesen.
Austria hatte zwar einige Möglichkeiten zum Kontern, aber der letzte Pass kam nie an. Gefährlicher war der LASK, der deshalb auch verdient gewann. Er ging sieben Minuten nach dem Saljic-Lattenknaller in Führung. Samuel Adeniran verlängerte einen Eckball von Sascha Horvath. Andres Andrade traf per Kopf. Einmal landete der Ball doch im LASK-Tor, ohne dass Eggestein-Nachfolger Kelvin Boateng etwas dafür konnte. Er wurde von LASK-Innenverteidiger Joao Tornich angeschossen, der Ball flog über Tormann Lukas Jungwirth ins Netz – aber vom Oberarm von Boateng. Diese Entscheidung war korrekt. Streng nach dem Regelwerk war auch Rot für Dragovic nach 81 Minuten vertretbar, als im Finish der Ball bei einem Rettungsversuch gegen Adeniran an den Oberarm flog. Joker Moses Usor verwandelte den Elfmeter im zweiten Versuch. Zunächst hielt Samuel Sahin Radlinger, doch der Ball flog wieder zum Nigerianer. Ein Zeichen mehr, dass in diesem Match alles gegen die Austria lief. Didi Kühbauer blieb damit als LASK-Trainer gegen die Austria ungeschlagen. Ganz zufrieden wirkte er nicht. Denn er weiß sicher: Gegen Celtic Glasgow muss es bessere Leistungen geben, um in die Ligaphase der Champions League zu kommen.
Salzburg hätte trotz acht Umstellungen (von der Startelf beim 1:0 gegen Paphos begannen nur Tormann Christian Zawieschitzky, Kapitän Niclas Veratschnig und Kevin Boma) in Wolfsberg gewinnen müssen. Dass dies nicht gelang, lag auch daran, dass Wolfsberg mit Nikolas Polster den klar besseren Keeper hatte. Nach acht Großchancen Salzburgs führte Wolfsberg nach 68 Minuten, weil Zawieschitzky bei einem haltbaren Schuss von Giacomo Vrioni patzte. Der Ausgleich gelang durch Joker Yorge Vertessen, der eine Minute nach Wolfsbergs Tor den Japaner Soto Kitano ersetzte und elf Minuten später nach einem Freistoß von Frans Kraetzig den Ball über die Linie brachte.
Foto: Yigit Örme.