Fußball

Hammer-Samstag in England: Rückkehr von Eriksen, Rückzug von Abramovich

Ein Hammer-Samstag in Englands Fußballszene, der die ganze Welt bewegt: Am Nachmittag die Rückkehr von Christian Eriksen auf den grünen Rasen 259 Tage nach seinem Herzstillstand im dänischen Teamdress beim EM-Gruppenspiel gegen Finnland in Kopenhagen, am Abend die Meldung vom Rückzug von Chelsea-Besitzer Roman Abramovich nach fast 20 Jahren. Als Folge der russischen Invasion in der Ukraine. Der Oligarch gilt als enger Vertrauter von Russlands Präsident Wladimir Putin, was er stets abstreitet.

Eriksen hat seit seinem Zusammenbruch einen Defibrillator, musste deshalb seinen Vertrag bei Inter Mailand auflösen. Weil es in Italien verboten ist, mit einem Defibrillator zu spielen. In England hingegen nicht. Daher unterschrieb Eriksen bis Saisonende bei Brentford im Westen von London und dem dänischen Trainer Thomas Frank. Der ihn Samstag gegen Newcastle nach 52 Minuten einwechselte (Bild oben), als es 0:2 stand. 17.000 Zuschauer spendeten Standing Ovations, die Newcastle-Spieler klatschen Beifall. Es blieb beim 0:2. Eriksen hatte 35 Ballkontakte, 13 seiner 23 Passes kamen zum Mitspieler. Brentford liegt auf Rang 15, nur vier  Punkte vor den Abstiegsrängen. Das große Ziel des 109 fachen Teamspielers Eriksen: Im November bei der Weltmeisterschaft in Katar den dänischen Teamdress tragen.

Am Abend gab Chelsea  den Rückzug von Abramovich bekannt. 2003 hatte er Chelsea um 210 Millionen Euro gekauft, gab mehr als zwei Milliarden für Spielerkäufe aus. Chelsea gewann in der Ära des Russen je zweimal die Champions und Europa League, zuletzt auch den Weltpokal, wurde fünfmal Meister. Aktuell sind die „Blues“ 1,9 Milliarden wert. In der Aussendung von Chelsea versicherte Abramovich, sich immer als Beschützer des Klubs gesehen, immer in dessen Interesse gehandelt zu haben. Deshalb übertrage er die Verwaltung und Betreuung des Klubs den Treuhändern der Chelsea-Stiftung. Einen Tag vor dem Finale im Ligacup gegen den FC Liverpool. Chelseas deutscher Trainer Thomas Tuchel behauptete, der ganze Staff, die Spieler und er seien wegen der schrecklichen Situation geschockt.

Es gab Spekulationen um geplante Sanktionen in England gegen Abramovich, sogar von einer möglichen Beschlagnahme Chelseas war die Rede. Ob der 59 jährige mit dem Rückzug eine mögliche Enteignung verhindern wollte? Seine Vertraute Marina Granovskaia führte die Chelsea-Geschäfte als Direktorin, sie galt als mächtigste Frau im Klubfußball.

Foto: FC Brentford.

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