Fußball

Herzog muss durch die schottische Pressing-Hölle

Österreichs ersten Sieg in Nordirland sahen Willi Ruttensteiner, Andi Herzog und Klaus Lindenberger, das rot-weiß-rot Trio bei Israels Team, nicht einmal am TV-Schirm. Denn da sassen sie noch im Flugzeug von Tel Aviv nach in Glasgow. Sicher wünschen sie Sich für Dienstag Abend im Hampden-Park gegen Schottland einen ähnlichen glücklichen Spielverlauf, wie ihn ihre Landsleute in Belfast hatten. Aber das Unentschieden gegen die Schotten herauszuholen, um in Österreichs Liga B der Nations League aufzusteigen, wird wohl schwieriger zu schaffen sein als für das Team von Franco Foda die drei Punkte gegen die Nordiren. Die Schotten haben ihr gewünschtes Endspiel, in dem sie mit einem Sieg auf Platz eins kommen würden, brachten sich letzten Samstag durch ein 4:0 gegen Albanien in Shkodra in die richtige Stimmung. Dorrt hatten Sportchef Ruttensteiner und Herzog mit Heinz Hochhauser ihren österreichischen „Chefspion“ sitzen.

Der ehemalige Sportchef von Red Bull Salzburg, Trainer von Austria und Ried, beobachtete die Schotten insgesamt viermal. Beim Kantersieg am letzten Samstag  profitierten sie auch davon, dass die Albaner ab der 22. Minute und der roten Karten für ihren Innenverteidiger Mavraj mit zehn Mann spielten. Teamchef Alex McLeish schonte fünf Stammspieler, bot zu Beginn nur drei Spieler des Teams auf, das in Israel 1:2 verloren hatte. Hochhauser fuhr Sonntag von Shkodra in Montenegros Haustadt Podgorica, flog von dort via Amsterdam nach Glasgow. Montag gab´s die „Taktik“-Konferenz mit Herzog, der von Hochhauser erfuhr, was er ohnehin schon ahnte: Sie müssen auf ein extrem frühes und hohes Pressing der Schotten eingestellt sein. Vor allem in der ersten Viertelstunde wird sie eine wahre schottische „Pressing-Hölle“ erwarten.

Am 11.September, im zweiten Spiel unter Herzog, war Israel beim 0:3 gegen Nordirland in Belfast einen Tag nach seinem 50.Geburtstag gar nicht mit dem britischem Pressing zurecht gekommen, hätte sogar noch höher verlieren können. Aber das zählt für ihn nicht mehr: „Seit damals haben wir schon große Fortschritte gemacht.“ Und so hofft er auf Konterchancen, die sich durch Schottlands Pressing ergeben, dass routinierte Legionäre für die nötige Ruhe und Ballsicherheit sorgen könnten, einen kühlen Kopf bewahren. Wie Salzburgs-Torjäger Munas Dabbur, Brighton-Mittelfeldspieler Biram Kayal, China-Legionär Eran Zahavy oder Kapitän Bibras Natcho von Olympiakos Piräus. Die Erwartungen in Israel sind jedenfalls riesig: Denn drei Siege hintereinander wie seit Oktober gelangen zuvor schon Jahrzehnte nicht. Wenn Herzogs Truppe so viel Feuer hat wie die Fans, dann könnte der Punkt gelingen. Mit dem Israel auf Grund der direkten Duelle Gruppensieger und Aufsteiger wäre. Ruttensteiner erinnert die Situation an die vor drei Jahren mit Österreich vor dem Sieg in der EM-Qualifikation gegen Russland in Moskau: „Der hat enorm viel bewirkt. Ähnlich wäre es bei uns jetzt, wenn wir im Hampden-Park bestehen. Das würde einen gewaltigen Schub an Selbstvertrauen bringen.“

 

Foto: Football.org.il.

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