Fußball

Hinterseer ist der wertvollste Spieler der Liga

Freitag beginnt auch in der zweiten deutschen Liga der Endspurt um den Aufstieg und gegen den Abstieg. Bei acht Punkten Vorsprung auf Relegationsplatz drei und sechs auf den Zweiten Hamburger SV müssen Louis Schaub und Florian Kainz vor den letzten vier Runden mit dem 1.FC Köln, die Freitag daheim gegen Darmstadt beginnen, nicht mehr groß um den Aufstieg zittern. Auch wenn  letzten Sonntag rund um die schlimme 0:3-Pleite bei Dynamo Dresden der fehlende Zusammenhalt als großes Problem sichtbar wurde. Auch für nächste Saison in der Bundesliga. Deswegen kam auch Trainer Markus Anfangs ins Gerede, zumal sein Liebling Dominick Drexler in Dresden Mitspieler kritisierte, wofür er sich inzwischen entschuldigte.

Hoffnungen auf die Relegation um den Aufstieg machen sich auch drei Österreicher. Am Relegationsplatz drei liegt Sensationsaufsteiger Paderborn, einen Punkt dahinter Union Berlin mit Christopher Trimmel und Robert Zulj. Seit fünf Runden sieglos, erstmals seit Februar nicht mehr auf einem der ersten drei Ränge. Da muss Ex-Rapidler Trimmel als erfahrener Kapitän zugeben: „Man merkt schon, dass einige Spieler nicht das größte Selbstvertrauen haben.“ Burgenlands Sportler des Jahres gehört nicht dazu, Einen Punkt hinter Union Berlin lauert Nikola Dovedan mit dem Sensationsteam Heidenheim, das im Pokalviertelfinale fast Bayern in München eliminiert hätte. Mit 49 Punkten stellte Heidenheim bereits einen vereinsinternen Rekord auf, letzte Saison gelang erst in letzter Runde die Rettung. Sonntag ist für Dovedan in Paderborn schon so etwas wie ein Finale: „Wir spielen voll auf Angriff, haben nichts zu verlieren. Mit uns rechnet ohnehin keiner“, behauptet Dovedan. Matthias Honsak dürfte mit Holstein Kiel den entscheidenden Schritt zur Spitzengruppe schon verpasst haben. Fünf Punkte Rückstand auf Paderborn sind zu viel: „Wir sind nicht clever genug“, bilanzierte der „Blitz aus Stadlau“, ein Fixstarter in Österreichs U 21 für die Europameisterschaft in Italien.

Gegen den Abstieg kämpfen müssen Konstantin Kerschbaumer und Thorsten Röcher beim Vorletzten Ingolstadt. Am meisten von allen Österreichern in Liga zwei wird  aber einer gelobt, der weder etwas mit dem Aufstieg noch mit dem Abstieg zu tun hat, auf Platz neun in der Grauzone der Tabelle liegt: Das ist Lukas Hinterseer (Bild oben) Ohne die 17 Tore, mit denen der 28jährige Tiroler Zweiter in der Schützenliste ist,  wäre der Vfl Bochum ein klarer Abstiegskandidat. Er ist nicht nur der mit Abstand beste Torschütze seiner Mannschaft, sondern legte zudem sieben Treffer auf. Damit ist der Kitzbüheler an 59 Prozent aller 41 Bochumer Tore beteiligt.  Kein anderer Spieler in der  zweiten Liga ist für seine Mannschaft so wertvoll wie Hinterseer.

Seine größte Stärke wurde mit mehr Erfahrung sein Torabschluss: 15 von 23 Großchancen fanden den Weg ins Tor, im Schnitt sitzt bei ihm rund jeder vierte Schuss aufs Tor. Bei 77 Abschlüssen traf er 17mal, eine wirklich starke Quote. Kein Wunder, dass einige Klubs auf den  Stürmer aufmerksam wurden, zumal er am Saisonende ablösefrei ist. Am intensivsten buhlt der Hamburger SV um Hinterseer. Bleibt die Frage, ob ihn Österreichs Teamchef Franco Foda erstmals in seiner Ära für die so wichtigen Qualifikationsspiele gegen Slowenien und Nordmazedonien aufbietet.

Foto: © VFL Bochum Media .

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