Höchste Zeit wieder voll zu punkten! Das stand zur Verwunderungen von Trainer Zoran Barisic Freitag auf der Homepage von Rapid zu lesen. Als Einstimmung auf das Sonntagspiel in Altach, wo Rapid voll punkten muss, um unter den ersten sechs zu bleiben. Das hat sich Grün-Weiß selbst zuzuschreiben. Weil in den bisherigen zwölf Runden in der zweiten Hälfte sieben Punkte liegen gelassen wurden. In der „Pausentabelle“, nur mit den Resultaten nach der ersten Hälfte, wäre Rapid nämlich dank der besseren Tordifferenz gegenüber Red Bull Salzburg sogar Erster, hätte einen Punkt mehr als der wahre Tabellenführer Sturm Graz, könnte Sonntag im Schnabelholz Platz eins verteidigen. In der Realität macht das Sturm im neuen Linzer Stadion gegen den LASK, der in den ersten sechs Heimspielen dieser Saison ungeschlagen blieb. Aber Sturm gewann wie zuletzt 2010 und 2016 vier der ersten fünf Auswärtsspiele.
So eine Heimbilanz wie der LASK könnte Rapid gut brauchen, auswärts sieht es besser aus. Da kassierte Tormann Niklas Hedl nur drei seiner bisher 15 Gegentore. Einen zum Saisonauftakt in Linz beim LASK, zwei in Salzburg, dreimal hielt das „zu null“. Gegen Altach gewann Rapid sieben der letzten neun Duelle in der Bundesliga, das 4:0 in Hütteldorf in der zweiten Runde war eine klare Angelegenheit. Aber seit damals hat sich bei den Vorarlbergern einiges zum Besseren verändert. Daher sagt Trainer Joachim Standfest inzwischen ganz gelassen: „Jeder weiß, was ihn erwartet, wenn er nach Altach kommt!“ Dass Kapitän Lukas Jäger gesperrt ist, ändert nichts. Mit dem 32 jährigen Manuel Prietl, seit Anfang Oktober nach sieben Jahren bei Arminia Bielefeld in Altach, steht ein routinierter Ersatz bereits. Der Steirer spielte zuletzt vor sieben Jahren gegen Rapid, verlor damit mit Mattersburg daheim 0:2: „Es ist angerichtet für einen heißen Fight“, kündigte der zentrale Mittelfeldspieler vor seinem ersten Startelfeinsatz in der Bundesliga seit 2016 an.
Ein heißer Fight auf einem schweren, tiefes Terrain, das es bereits Donnerstag im Cupachtelfinale gab, als Altach Blau Weiß Linz eliminierte. Seit damals gab´s im Ländle weitere Regenfälle: „Es wird mehr ein Fußballkampf als ein Fußballspiel. Darauf müssen wir mental eingestellt sein“, wusste Barisic. Zeit dazu gab es unter anderem Samstag auf der siebenstündigen Busfahrt in den Westen. Kapitän Guido Burgstaller und Max Hofmann, die Mittwoch beim Cupaufstieg in Amstetten fehlten, waren dabei. Altach ist die einzige Mannschaft, gegen die Rapids Offensivspieler Nicolas Kühn bisher ein Doppelpack gelang. Vor drei Monaten beim 4:0 zum 1:0 und 2:0, als auch Barisic gratulierte (Bild). Nur, wenn das „Triangel“ mit Kühn, Matthias Seidl und Marco Grüll funktioniert, kann der dritte Auswärtssieg in dieser Saison gelingen. Die letzte Niederlage in Altach kassierte Rapid im August 2021. Altachs Siegestor zum 2:1 erzielte der Ex-Rapidler Atdhe Nuhiu in der 91. Minute aus einem Elfmeter.