Eishockey

Hoffen auf ein Eishockey-Wunder: Bietigheim in Bratislava?

Vor acht Jahren galt es als Wunder, dass sich Österreichs Eishockeyteam in Bietigheim unter Manny Viveiros als Teamchef vor den Toren Stuttgarts gegen die Heimmannschaft Deutschland, Italien und Holland für Olympia 2014 in Sotschi qualifizieren konnte. Zuerst 3:2 gegen Italien, dann 6:1 gegen Holland, damit reichte gegen Deutschland ein Unentschieden nach regulärer Spielzeit. Als Augenzeuge von damals, ist die Schlussphase des emotionellen, dramatischen Nachbarsduells, in der Markus Peintner für den Ausgleich zum 2:2 und das Olympiaticket sorgte,  noch immer in Erinnerung. Die Schlagzeile „Cordoba am Eis“ drängte sich geradezu auf. Von der damaligen Mannschaft sind jetzt noch vier dabei, wenn es ab Donnerstag Abend in Bratislava darum geht, das Ticket für Olympia 2022 in Peking gegen die Slowakei, Weißrussland und Polen zu erkämpfen. Das wäre ein noch größeres Wunder als das von Bietigheim, weil die Slowakei als Nummer neun der Weltrangliste, der „mächtigere“ Hausherr ist als damals Deutschland. Der Teammanager der Slowaken, der ehemalige NHL-Star, Miroslav Satan, sprach bereits von einer Schande, die ein Scheitern gegen den österreichischen Nachbar bedeuten würde. Obwohl die Slowaken ihre Top-Stars, die in der NHL engagiert sind, nicht dabeihaben. Allein die Versicherungsprämie für Tomas Tatar hätte nach seinem Wechsel von den Montreal Canadiens zu den New Jersey Devils rund 80.000 Euro gekostet.

Die vier von Bietigheim sind Kapitän Thomas Raffl, Tormann Bernhard Starkbaum, Verteidiger Martin Schumnig und  Center Thomas Hundertpfund. Auch Peintner ist wieder dabei. Als Assistent von Teamchef Roger Bader hinter der Bande, der andere ist Philipp Lukas.  Peintner studierte und analysierte alle acht Partien der Slowaken bei der letzten WM in Riga, bei der sie erstmals seit 2013 das Viertelfinale erreichten. Durch vier Siege (5:2 gegen Weißrussland, 2:1 gegen England, 3:1 gegen den haushohen Favoriten Russland und 2:0 gegen Dänemark) bei drei Niederlagen (1:8 gegen Schweiz, 1:3 gegen Schweden, 3:7 gegen Tschechien). Im Viertelfinale gegen die  USA waren die Slowaken beim 1:6 chancenlos. Peter Cehlarik wurde trotzdem zum besten Stürmer der WM gewählt, er wechselte danach in die KHL zu Champion Avangard Omsk. Die Boston Bruins halten die „NHL-Rechte“ an ihm. Er kam in Riga auf elf Scorerpunkte (fünf Tore und sechs Assists), seine Linie auf 23. Die hat Craig Ramsey, der amerikanische Teamchef der Slowaken, Donnerstag zur Verfügung. 7500 Zuschauer in der Ondrej Nepela-Halle werden für eine entsprechende Atmosphäre sorgen.

Es wäre normal, sollte das Thema Olympia für Österreich Donnerstag Abend erledigt sein, die weiteren Partien gegen die „Wundertüte“ Weißrussland in Polen am Freitag und Sonntag nur dazu dienen, eine bessere Figur abzugeben als bei der Qualifikation für Olympia 2018, in der es unter Alpo Suhonen schlimme, imageschädigende Abfuhren gegen Deutschland und Lettland gab. „Wir wissen, wie die Slowaken spielen und sind darauf vorbereitet“, versicherte Bader (Bild oben). Auch durch Peintners Video über typische slowakische Spielzüge bei der WM: „Sie haben die besseren Einzelspieler, wir können es nur als besseres Kollektiv schaffen!“, wusste der Teamchef. Hoffnung macht das starke Powerplay der Linien um Marco Rossi und Benjamin Baumgartner, das letztes Wochenende bei den Siegen in den Tests gegen Ungarn und Italien für sieben der insgesamt elf Tore sorgte. „Was ich bei der Vorbereitung erreichen wollte, haben wir geschafft“, glaubte Bader. Aber das kann trotzdem zu wenig sein: „Ich bin kein Zauberer“. Ohne herausragende Torhüterleistung, entweder von Starkbaum oder David Kickert, kann kein neues Wunder, ein Bietigheim in Bratislava, gelingen.

Foto: Gepa Pictures/ÖEHV.

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