Fußball

Hummels weiß: „Dovedan ist ein sehr guter Spieler!“ Blackout von Gregoritsch

Es gibt im Viertelfinale des deutschen Pokals keinen größeren Außenseiter als Mittwoch Abend den Zweitligisten Heidenheim in der Münchener Allianz-Arena gegen Bayern. 30,0 ist die Quote auf eine Heidenheim-Sensation bei tipp 3,  auf den Pokalsieger Heidenheim 100,0. Obwohl die Underdogs von der Schwäbischen Alp im Viertelfinale Leverkusen daheim sensationell 2:1 eliminierten, damit Aufsehen erregten. Auch Nikolai Dovedan mit seinem Ausgleich zum 1:1. Deshalb zollte selbst Bayerns Weltmeister Mats Hummels dem Österreicher Respekt, als er in „Bild“ über Heidenheim sprach: „Auch Dovedan ist ein sehr guter  Spieler!“

Der angesprochene 24jährige Kreativspieler aus Tulln scheint ein Pokalspezialist zu sein. Drei Tore in zwei Spielen, in der zweiten Liga waren es diese Saison doppelt so viele, allerdings in 25 Spielen.  Dovedan weiß, dass es unrealistisch ist, auf seine gewohnten  Jubelposen (Bild oben) gegen die Bayern zu hoffen, obwohl die möglicherweise schon das Spitzenduell in der Bundesliga gegen Tabellenführer Dortmund am Samstag im Hinterkopf haben, deshalb wahrscheinlich Tormann Manuel Neuer und David Alaba schonen, es kein Österreicher-Duell geben wird: „Gegen Leverkusen standen unsere Chancen 40:60, diesmal 10:90. Wir fahren nach München in dem Wissen, dass wir nichts zu verlieren zu haben. Es ist eine Herausforderung, sich mit so vielen Klassespielern messen zu können. So etwas kommt  auf einen aus der zweiten Liga nicht alle Tage zu.“

Sich nicht abschießen zu lassen, wie zuletzt Mainz und Wolfsburg in München, ist das vorrangige Ziel: „Wenn es mehr werden soll, müssten bei uns alle das Match ihres Lebens liefern und dürfte bei Bayern keinem etwas gelingen.“ Mit der Devise, er könne im Vergleich mit Robert Lewandowski, den Dovedan als Tormaschine bezeichnet, Thomas Müller, Serge Gnabry und wie sie alle heißen, Werbung in eigener Sache machen, kann  Dovedan wenig anfangen: „Was würde mir ein Tor nützen, wenn wir in ein Debakel rennen? Deswegen holt mich kein Klub aus der Bundesliga!“ Den Sprung dorthin will er aber schaffen. Ihm ist klar, dass er Mittwoch mehr unter Beobachtung stehen wird als im Alltag der zweiten Liga. Aber vielleicht kann er  Österreichs Teamchef Franco Foda zeigen, dass er sich mehr verdient als wie zuletzt einen Platz auf der langen Abrufliste: „Als es vor den Spielen gegen Polen und Israel einige Ausfälle gab, hab ich schon mit einer kleinen Chance spekuliert, nachnominiert zu werden“ Abwarten, was beim nächsten Teamkader Ende Mai passiert.

Ein Auftritt in München, der in Erinnerung bleibt, könnte nicht schaden. Eigentlich hatte er sich nach dem Aufstieg gegen Leverkusen vor laufenden ARD-Kameras gewünscht, im Viertelfinale vor 80.000 Zuschauern in Dortmund zu spielen. Am nächsten Tag scheiterte dann die Borussia bei Werder Bremen: „Bayern ist mehr als eine gleichwertige Alternative.“ Auch Sonntag bietet sich für Dovedan die nächste gute Gelegenheit, positiv aufzufallen: Da empfängt Heidenheim  Zweitligatabellenführer 1.FC Köln mit seinen „Ösis“ Florian Kainz und Louis Schaub. Für Dovedan das zweite  Highlight dieser Woche, wenn auch kein so großes wie das Match in München. Im Rennen um Platz drei und die Relegationsspiele um den Aufstieg darf Heidenheim mit vier Punkten Rückstand auf den Dritten Union Berlin noch mehr erhoffen als im  Pokalviertelfinale bei Bayern.

Seit Dienstag Abend stehen nach einem dramatischen Pokalfight über 122 Minuten schon drei Österreicher im Semifinale: Marcel Sabitzer, Konrad Laimer und der nach 85 Minuten eingewechselte Stefan Ilsanker schafften es mit einem 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung in Augsburg gegen ihre Landsleute Kevin Danso, Georg Teigl und Michael Gregoritsch. Leipzig führte bis zur 94.Minute durch ein Kontertor von Timo Werner, der dabei das Laufduell gegen Danso gewann, ehe Augsburg in der letzten Aktion der regulären Spielzeit ausglich. In der letzten Minute der Nachspielzeit wurde Gregoritsch, der bis dahin herausragend spielte und kämpfte, mit einem Blackout zur tragischen Figur: Bei einem Freistoß in Augsburgs Strafraum fuhr er im Sprung den linken Arm aus, der Ball flog darauf – ein Handselfer, den man pfeifen kann und Leipzig den Aufstieg brachte. Nach Abpfiff noch viele Emotionen, bei Gregoritsch flossen Tränen.

 

 

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