Fußball

Im Pressing-Gemetzel greift Hasenhüttl nach Platz eins

Zehn Spiele ohne Niederlage mit Aufsteiger RB Leipzig ohne Niederlage. Bereits damit schrieb Hasenhüttl im deutschen Fußball Geschichte. Wenn Freitag Abend in Leverkusen  das elfte gelingt, setzt der 49jährige Steirer, der laut einem Berufstest eigentlich Förster hätte werden sollen,  noch einen drauf: Dann ist er erstmals Tabellenführer in der Bundesliga. Könnte es sogar bleiben. Hängt davon ab,  wie am Tag danach der deutsche „El Clasico“ zwischen Borussia Dortmund und Titelverteidiger Bayern München, der Platz eins verteidigt, ausgeht. Kein Wunder, das Hasenhüttl in aller Munde st. lDoppelseite in „Bild am Sonntag“, wie er das Leipzig-Wunder plant, über seinen Führungsstil etc.  Da verrät er, dass er einzigartig sein will wie der jetzige  Liverpool-Traner Jürgen Klopp, mit dem er seine Ausbildung machte, oder Pep Guardiola. Hasenhüttl  sieht Parallelen vom Umgang mit den Spielern oder der Art zu coachen. Er habe aber eine komplett andere Spielphilosphie als der Spanier . Der legt, egal ob bei Barcelona, Bayern oder jetzt Manchester City  Wert auf Ballbesitz und Dominanz, gewann so 21 Titel, Hasenhüttl ist die Organisation gegen den Ball viel wichtiger. Darum ließ auch ein Aufsteiger in der Bundesliga-Geschichte in den ersten zehn Runde so wenig Gegentore zu, hat Leipzig die  besten „Abfangjäger“ der Liga. Hasenhüttl über sich: „Ich bin vom Führungsstil der Typ Hasenhüttl.“ Der aus Österreich serienweise SMS mit Glückwünschen bekommt. Darunter auch von seinen Ex-Trainern wie Josef Hickersberger.

Wenn man die Philosophie von Hasenhüttl kennt und die von Leverkusens Trainer mit Salzburg-Vergangenheit, Roger Schmidt, dann wird´s in Leverkusen ein Pressing-Gemetzel geben. Leverkusen will  den Rückstand zur Spitze reduzieren. Drei Österreicher werden in dem Gemetzel mitten drin sein: Julian Buamgartlinger bei Leverkusen, Stefan Ilsanker und Marcel Sabitzer bei Leipzig.  Aleksandar Dragovic? Der weiß seine Situation  realistisch einzuschätzen. Durch den späten Transfer versäumte er die Vorbereitung, so blieb bisher wenig Zeit, sich an die riskanten Schmidt-Vorgaben in Sachen frühes Attackieren zu gewöhnen. Die sind Neuland für Dragovic. Durch das dichte Programm gibt es  zwischen den Spielen meist nur ein regeneratives Training. Die wahre Möglichkeit, in die Mannschaft hineinzuwachsen, wird erst das Wintertrainingslager in  Miami sein. Egal, ob der Türke Toprak bereits im Wiener Leverkusen verläßt oder erst  im Sommer 2017.

David Alaba ist am Samstag im deutschen Clasico bei Bayern als Linksverteidiger gesetzt. Dortmund hat seit 2012 kein Heimspiel gegen den Meister gewonnen, könnte bis auf drei Punkte  an die Bayern herankommen. Vielleicht ein As im Jokertalon: Marco Reus gwhört  nach seiner langwierigen Adduktorenveretzung erstmals diese Saison zum Kader. Im Mittelpunkt steht natürlich das Duell der Torjäger: Pierre-Emerick  Aubameyang (94 Tore und 33 Assists in 157 Pflichtspielen) gegen den Ex-Dortmunder Robert Lewandowski, der in 116 Pflichtspielen 81-mal für Bayern traf, 24 Treffer vorbereitete.  In dieser Saison hat Aubameyang die Nase vorn: Er erzielte elf Tore für Dortmund, Lewandowski vier weniger für Bayern. Da treffen  120 Millionen Euro Marktwert auf einander: 45 beträgt der aktuelle des Afrikaners, 75 der  des Polen.

Das dritte Highlight der Runde in Deutschland: Das Rheinderby zwischen Mönchengladbach und dem 1.FC Köln. Egal, wie das ausgeht, bleibt Köln vor Gladbach.  Obwohl letzten Freitag in Köln die Karnevalsession  mit Selbstironie (die Betreuer trugen einen Champions League-Pokal auf den Platz) und guter Laune (Trainer und Spieler schlüpften in ihre Kostüme) im  Training  begann, haben Peter Stöger und Manfred Schmid  eigentlich wenig Grund zum Lachen: Mit Tormann Timo Horn können sie  nach Innenverteidiger Dominic Maroh und Dribbelkünstler Leonardo Bittencourt den dritte wichtigen Spieler in diesem Jahr wegen Verletzungen nicht mehr einsetzen. Auch wenn Stöger und Schmid nicht klagen: Das tut schon weh.

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