Erster österreichischer Sieg bei einer U 17-Weltmeisterschaft. Auf Platz fünf der Aspire-Aacedemy in Katars Hauptstadt Doha bedeutete ein vom gebürtigen Klagenfurter Johannes Moser verwandelten Elfmeter das verdiente 1:0 (0:0) gegen Saudiarabien. Die Erfolgsstory des Jahrgangs 2008 fand ihre Fortsetzung auf WM-Niveau. Der prominenteste Zuschauer war Arsene Wenger, der Direktor für Entwicklung beim Weltverband FIFA. Bekannt wurde der 76 jährige Franzose durch eine 22 Jahre als Arsenal-Trainer mit drei Meistertiteln und sieben Pokalsiegen. Auch einige österreichische Fans waren nicht zu überhören. Erstmals gab es „immer wieder Österreich“-Gesänge in Katar. Der erste Schritt zum Aufstieg ist gelungen, der zweite soll Samstag gegen Mali gelingen. Die Afrikaner fertigten Neuseeland 3:0 ab.
Ohne der Rettungstat von Kapitän Jakob Pokorny auf der Linie nach neun Minuten, als Daniel Posch, der Mainz-Legionär im Tor, schon ausgespielt war, hätte es auch anders laufen können. Beeindruckend war die Reaktion auf die gelb-rote Karte für Mittelfeldspieler Luca Weinhandl von Sturm Graz nach 40 Minuten: Die Youngsters versteckten sich nicht. In Unterzahl trafen Linksverteidiger Florian Hofmann und Moser zweimal die Latte, ehe es nach einem Foul an Salzburg-Stürmer Dominik Dobis nach 54 Minuten zum Elfmeter kam. Bei der U 17-WM kann jeder Teamchef zweimal die „Challenge“ nehmen und den Schiedsrichter zur Überprüfung der Entscheidung zum On Field-Review schicken. Das tat Saudiarabiens Teamchef Abdulwahab Alhabi nach dem Elfmeterpfiff. Doch Referee Derlis Lopez aus Paraguay nahm die Entscheidung nicht zurück. Moser, der für Liefering bisher neun Spiele in der zweiten Liga bestritt, schickte den Tormann in die falsche Ecke. Drei Minuten später endete Österreichs numerische Unterlegenheit. Dobis konnte nur durch eine Notbremse gestoppt werden, das war glatt rot für einen Saudi. Da half auch die zweite „Challenge“ nicht.
Mit zehn gegen zehn ließ Österreich nichts mehr zu. Die Innenverteidiger, Pokorny und Austrias Ifeny Ndukwe, hatten alles im Griff. Das 2:0 von Joker Jakob Werner zählt wegen Abseits nicht, in der siebenten Minute der Nachspielzeit gab es nach der zweiten Challenge von Teamchef Hermann Stadler den zweiten Elfmeter, den der gefoulte Austria-Mittelfeldspieler Vasilje Markovic vergab. Dennoch wurde er zum „player of the match“ gewählt: „Die Jungs haben das richtig gut gemacht“, lobte Stadler, „wir waren nach der Pause klar besser. Ich freue mich unheimlich.“