Rapid ist am Tiefpunkt angelangt. Das stellte auch der Jahrhundert-Rapidler Hans Krankl Sonntagabend als Sky-Experte fest. Für ihn hängt das mit dem Abgang von Mittelfeldspieler Mamadou Sangare zusammen: „Er war der beste, den hat man abgegeben. Die anderen hat man hergestellt als den besten Kader, den es gibt, aber die sind nicht gut genug. Sangare hat Deutsch gesprochen. Viele der Rapid-Legionäre sprechen kein Deutsch. Es interessiert sie nicht, das zu lernen. Das sind Spieler, die befinden sich nur auf der Durchreise. Der Verein Rapid oder die Geschichte interessiert sie nicht. Das ist schlecht für den Verein, die Mannschaft und am Schluss für den Trainer.“
Einer, der bei Rapid letzte Saison sechs Monate auf der Durchreise war, von September 2024 bis Februar 2025, solte Donnerstag mit den Grün-Weißen aus Zypern, Omonia Nikosia, als Gegner in der Conference League nach Hütteldorf zurückkehren: Ryan Mmaee, der 28 jährige marokkanische Stürmer. Er kam als Leihgabe vom englischen Zweitligisten Stoke, wurde als einer, der den Unterschied machen kann, gelobt, trug aber den Rapid-Dress nur in Vorbereitungsspielen (Bild). Zu mehr, zu Bundesliga oder Conference League, reichte es nicht. Fast ständig war er verletzt, daher kam es zur Vertragsauflösung. Im Sommer wechselte Mmaee auf die Mittelmeerinsel. Für Omonia bestritt er bisher zwölf Spiele, erzielte fünf Tore. Aber jetzt ist er mit einer Adduktorenverletzung wie bei Rapid wieder außer Gefecht.
Letzte Saison verlor Rapid das vorletzte Gruppenspiel gegen Omonia in Nikosia 1:3, stieg aber dank des 3:0 gegen FC Kopenhagen direkt ins Achtelfinale aus. Donnerstag würde der erste Sieg Rapid zwar 400.000 Euro bringen, aber keinen Play-off-Platz. Daher ist das letzte Bundesligaspiel vor der Winterpause am Sonntag bei Schlusslicht Blau Weiß Linz wichtiger. Ob das Interimstrainer Stefan Kulovits bei der Aufstellung berücksichtigen wird? Omonia liegt derzeit nach einer 0:1-Heimniederlage gegen Mainz, jeweils einem 1:1 beim FC Drita im Kosovo und beim Schweizer Cupsieger Lausanne sowie einem 2:0-Heimsieg gegen Dynamo Kiew mit fünf Punkten auf Platz 21, braucht noch Punkte. Der Gästesektor im Weststadion ist restlos voll. Die 20.000 verkauften Karten lassen sich durch die Dreierabos für die Heimspiele gegen Fiorentina, Uni Craiova und Omonia erklären. Abwarten, wie viele Abonnenten auf das „Vergnügen“ am Donnerstag verzichten werden.
Foto: SK Rapid/Widner.