Fußball

Kein Wort über Feiern – aber es ist angerichtet: Das Team spielt auch gegen Thiem

Vor vier Jahren war alles ganz anders. Das stand Österreich bereits vor dem letzten Heimspiel gegen Liechtenstein die Qualifikation für die Europameisterschaft außer Frage, konnten die Feiern fast minutiös geplant werden. Mit Bühne auf dem Spielfeld nach dem Schlusspfiff. Partystimmung pur. Aber Samstag gegen Nordmazedonien ist es anders. Da fehlt ein Punkt. Aber es müsste schon mit dem Teufe zugehen, sollten sich die Szenen von 2015 mit Ehrenrunden am Stadionrasen, mit Spielern, die Sekt spritzend jubelnd durch den VIP-Club und das Pressezentrum tanzten, nicht wiederholen.  Man kann ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold glauben, dass keine pompösen Feiern geplant sind. Aber irgendetwas wird doch vorbereitet sein. Es ist angerichtet für den Fall, das die Pflichtübung gelingt. Österreich gewann im Juni in Skopje 4:1, Nordmazedonien fehlen Samstag laut seinem Teamchef Igor Angelovski fünf gesperrte oder verletzte Stammspieler. Oldie Goran Pandev, das Hirn der Mannschaft ist wegen einer Grippe fraglich. Fix spielt der 20jährige Napoli-Legionär Eljif Elmas, der in der Champions League beim 3:2 in Salzburg 14 Minuten  im Einsatz war.

Wie gesagt es ist eine Pflichtübung, auch wenn Nordmazedonien beim 0:2 gegen Polen in Warschau bis zur 74.Minute das 0:0 hielt.  Die Nerven spielen sicher mit. Man darf daher keine Gala verlangen, mit der das EM-Ticket gelöst werden muss. Aber in Gefahr, auf das letzte Spie am Dienstag gegen Lettland in Riga angewiesen zu sein, darf das Team nie kommen. Die Qualifikation ist etwas, das man schon vor dem ersten Spiel verlangen musste. Der Kader ist breiter besetzt als vor vier Jahren, etliche Spieler haben mehr Routine, neue Legionäre kamen dazu. Die Qual der Wahl, die Franco Foda  hat, gab es bei Vorgänger Marcel Koller in dieser Form noch nicht. Nur einige Varianten für Samstag: Der Teamchef  kann zwischen Salzburg-Kapitän Andreas Ulmer und Bayern-Legionär David Alaba als Linksverteidiger wählen. Bringt er Alaba diesmal in der Viererabwehr statt im Mittelfeld, hätte er einen Platz im Mittelfeld frei. Wenn man davon ausgeht, dass Kapitän Julian Baumgartlinger, Konrad Laimer und rechts Valentino Lazaro Fixstarter sind stehen noch mit Florian Grillitsch, Stefan Ilsanker zwei Legionäre zur Auswahl. Im Abwehrzentrum gibt´s mit Aleksandar Dragovic, Martin Hinteregger, Philipp Lienhart und Stefan Posch vier Innenverteidiger, die man bedenkenlos bringen kann, mit Max Wöber, der in der U 21 spielte, einen fünften.  Sollte Marko Arnautovic, der seit dem 3:1 gegen Israel im Oktober wegen seiner Verletzung nur 18 Minuten spielte, doch nicht so matchfit sein, wie alle hoffen, gibt´s mit Michael Gregoritsch, Lukas Hinterseer und Karim Onisiwo  drei Legionäre als Alternative zum Einwechseln. Und Hand aufs Herz: Es hätte auch schwerere Gruppen geben können als die gegen Polen, Israel, Slowenien, Nordmazedonien und Lettland.

Aber die richtige Reaktion auf die Startniederlagen gegen Polen und Israel mit vier Siegen und einem Unentschieden verdient Anerkennung. Das Team wirkte nach der großen internen Aussprache wieder ge-und entschlossen. Es passiert etwas in Sachen Hierarchie und Akzeptanz, die Verantwortung wurde bewusst auf mehrere Schultern verteilt. Foda sprach Freitag von einer optimalen Trainingswoche im Avita-Resort von Bad Tatzmannsdorf:  „So auftreten wie gegen Israel und Slowenien, dann sichern wir uns auch das letzte Mosaiksteinchen, das fehlt!“ Das Fazit von Baumgartlinger: „Wir haben an Reife gewonnen, alle sind hungrig, das bedeutet einen Fortschritt.“ Mit der Erfahrung von 2015 warnte der Kapitän nicht zu intensiv zu feiern: „Vielleicht war das Überzelebrieren vor vier Jahren der Grund, dass es 2016 nicht mehr so gut lief. Weil wir die Feierstimmung nicht aus dem Kopf bekamen. Daraus haben wir hoffentlich gelernt.“ Fakt ist, dass es Samstag Abend auch ein Match Fußball gegen Tennis gibt. Fodas Team spielt auch gegen Dominic Thiem: Er schlägt Samstag Abend zu der Zeit, in der in Wien die Fußballer um das EM-Ticket kämpfen, in London gegen den Deutschen Alexander Zverev zum Aufstieg ins Endspiel auf.  Wer lockt da mehr Zuschauer vor den TV-Schirm, die Fußballer in ORF 1 oder Thiem mit dem Nachbarsduell Österreich gegen Deutschland bei Servus-TV?

Tipp 3, der Sponsor des Teamchefs, hat seit Montag Team und Thiem verbunden: Wer darauf wettet, dass Thiem im Masters triumphiert und die Fußballer sowohl Nordmazedonien als auch Lettland besiegen, bekommt das 25 fache Geld. Die Quoten für Samstag sagen alles: Nordmazedonien ist 9,00-Außenseiter, Österreich 1,25-Favorit.

Foto: ÖFB.

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