Hütteldorf ist kein guter Boden in der Trainerkarriere von Ferdinand Feldhofer. Das begann schon im August 2022, als er als Rapid-Trainer die vielleicht größte Blamage in der grün-weißen Klubgeschichte verantworten musste, das 0:1 gegen den Schweizer Zweitligisten FC Vaduz im Play-off für die Conference League. Zwei Monate später war seine Trainerzeit in Hütteldorf vorbei. Sonntag kassierte er mit dem GAK im Westen Wiens ein 0:8-Debakel. Wenig überraschend ging es diesmal viel schneller mit den Konsequenzen: Montagvormittag war Feldhofer nicht mehr im Amt, so wie es die Grazer Fans Sonntag bereits auf einem Transparent gefordert hatten. Einen Trainerwechsel nach erst drei Runden kann man durchaus als Rarität bezeichnen. Passierte zuletzt vor 13 Jahren Toni Polster bei Admira/Wacker.
Aber in der Datenbank der Bundesliga sind sogar noch schnellere Trainerwechsel zu finden: Nach Runde eins passierte dies 1975 Ferdinand Smetana bei Austria Klagenfurt, 2008 Gerhard Schweitzer bei Ried, 2020 dem Kroaten Zvonimir Soldo bei Admira, drei Jahre später Florens Koch bei Red Bull Salzburg. Der Deutsche war die Interimslösung, als sein damaliger Chef Matthias Jaissle knapp vor Saisonbeginn nach Saudiarabien zu Al Ahli wechselte. Nach der zweiten Runde mussten Ernst Weber 1990 bei Admira/Wacker, Georg Zellhofer 2003 in Pasching und Patrick Helmes bei Admira/Wacker gehen. Er war nur eine Runde im Amt. Alles passiert in der turbulenten Admira-Phase mit Felix Magath als vom damaligen Sponsor Flyeralarm eingesetztem Sportvorstand.
Zwölf Tore in den ersten drei Runden kassierte in der Bundesliga zuletzt der SC Wr.Neustadt vor zwölf Jahren. Der GAK hatte Sonntag nur 28 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von 36 Prozent. Das unterstreicht den desaströsen Auftritt, nach dem es wirklich den neuen Impuls braucht, der so oft als Begründung für Trainerwechsel herhalten muss. So auch bei GAK-Präsident Rene Ziesler. Joachim Standfest, der seit sieben Monaten Assistent von Feldhofer, mit dem er GAK in den letzten zwei Saisons den Klassenerhalt schaffte, war, zuvor 2023 und 2024 Altach trainiert hatte, übernimmt interimistisch die Nachfolge. Die langfristige Lösung wird Standfest eher nicht. Da fiel bereits der Name von Manfred Schmid, Ex-Trainer von Hartberg, Wolfsberg und der Wiener Austria.
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