Das 0:1 gegen Fenerbahçe Istanbul war letzten Dienstag die Abschiedsvorstellung von Jeyland Mitchell bei Sturm Graz. Da stand der 21-jährige Innenverteidiger aus Venezuela am Mannschaftsbild neben Kapitän Ion Gorenc Stankovic. Das wird künftig nicht mehr passieren. Denn der im letzten September auf Leihbasis von Feyenoord Rotterdam geholte und im Juli um 1,8 Millionen Euro fix verpflichtete Mitchell wechselt nach 32 Pflichtspielen im Dress von Sturm in die französische Ligue 1 zu Racing Straßburg, dem Partnerklub von Chelsea. Laut Transferinsider Fabrizio Romano bringt das Sturm stolze acht Millionen. Womit Sportvorstand Michael Parensen erstmals ein ähnlicher Coup gelang wie seinem Vorgänger Andreas Schicker mit den Stürmern Kelvin Yeboah, Rasmus Höjlund, Emanuel Emegha und Mika Biereth.
Den von WSG Tirol um 1,2 Millionen geholten Yeboah, der mittlerweile in der nordamerikanischen Major Soccer League bei Minnesota spielt, verkaufte Schicker nach 20 Toren in 45 Partien um 6,5 Millionen an den FC Genua. Das beste Geschäft war der Däne Höjlund: Um 1,95 Millionen vom FC Kopenhagen verpflichtet, nach nur 12 Spielen mit zwölf Toren um 21 an Atalanta Bergamo weiterverkauft, dann noch beim Weiterverkauf um 78,5 Millionen an Manchester United beteiligt. Der Holländer Emegha kostete beim Kauf von Royal Antwerpen 3,24 Millionen, nach 36 Partien mit zehn Toren war er Straßburg 13 Millionen wert. Für Sturm ein Gewinn von 9,76 Millionen. Im Juli zahlte Chelsea für Emegha an Straßburg 25 Millionen. Für Biereth kassierte Arsenal vorerst 4,7 Millionen, kassierte aber ein Drittel der 13 Millionen, die Monaco an Sturm für den Dänen nach 23 Toren in 47 Partien zahlte. Jetzt war Parensen erstmals ähnlich erfolgreich wie Schicker, der mit den vier Stürmern für ein Transferplus um die 40 Millionen sorgte. Parensens Plus bei Mitchell macht 6,2 Millionen aus. Nicht schlecht für einen Abwehrspieler.
Nichts Neues gibt es in der Aufregung wegen der Sturm-Kontakte zu Altachs Yann Massombo am vergangenen Freitag, bevor der Spieler die Fahrt zum Auswärtsspiel nach Graz verweigerte. Die von Altach angekündigte Anzeige traf am Montag jedenfalls nicht bei der Bundesliga ein.
Foto: Yigit Oerme.