Fußball

Krammers Appell: Gelingt Rapid noch die Rückkehr zur Sachlichkeit?

Neun Tage vor dem Ende seiner sechsjährigen Ära als Rapid-Präsident sah sich Michel Krammer (Bild oben) genötigt, an die Öffentlichkeit zu gehen und die Rückkehr zur Sachlichkeit im Wahlkampf um seine Nachfolge einzufordern. Grund dafür war das Anpatzen des Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht durch die Liste Grün-Weiß seines Nachfolgekandidaten Roland Schmid: „Es darf nicht sein, dass man Rapid schadet indem man die wirtschaftliche Lage wesentlich schlechter darstellt als sie ist“, forderte der Präsident in seinem „Wort zum Sonntag“. Eine durchaus legitime Ansicht. Ob aber sein Appell noch verhindern kann, dass Rapid am Ende des Wahlkampfs beschädigt sein wird, worauf derzeit alles hindeutet? Schmid, sein geplanter Vizepräsident Christian Marek und Max Kindler als Finanzreferent Schmids prangerten das schlechteste nationale Geschäftsergebnis seit sechs Jahren, gestiegene Personalkosten und geschönte Zahlen beim Nachwuchsbudget an. Für den Geschäftsbericht zeichnet auch Rapids Finanzchef Raphael Landthaler verantwortlich.  Da kritisierte Kindler einen ehemaligen Geschäftspartner von ihm. Denn er und Landthaler hatten vor Jahren eine Firma gegründet, die jungen Balkan-Talenten den Weg in Europas Topligen ebnen sollte. Ein großer Erfolg war das offenbar nicht.

Laut Krammer habe Landthaler bei der Präsentation des Geschäftsberichts klipp und klar erklärt, in welchem Zeitraum ein Budget erstellt wird und man auf Grund von Einnahmen aus Europacup und Transfers bewusst dieses deutliche Minus in Kauf genommen habe. Dazu kamen ungeplante Kosten durch den Trainerwechsel von Goran Djuricin zu Didi Kühbauer und die notwendig gewordene Renovierung des Rasens. Die Einnahmen aus Ticketing und Hospitality seien durch das Verpassen der ersten sechs und die Qualifikationsrunde zurückgegangen, das für ein Minus von 1,5 Millionen sorgte. Daher können man beim Erreichen der Meisterrunde, wovon man derzeit ausgehen kann, wieder mit einer signifikanten Steigerung rechnen. Zudem erinnerte Krammer daran, das Rapid bei der Rückzahlung des Stadionkredits um 3,3 Millionen Euro über dem Plan liege. Die deutliche Steigerung der Personalkosten um drei Millionen auf 17,4 sei im Segment Sport entstanden. Durch die erfolgreiche internationale Saison. Was Krammer nicht aussprach, aber dabei wohl im Hinterkopf hatte, war eine Forderung der Liste Grün-Weiß von Schmid, die „alles für den Sport“ heißt.

Der Präsident verteidigt zudem, die Kosten für die zweite Mannschaft, die in der Regionalliga Ost spielt, dem Nachwuchsbudget zuzordnen. Weil die prioritäre Aufgabe von ihr darin bestehe, junge Spieler an den Profikader heranzuführen. In Sachen Nachwuchspflege  könnte es noch einen Paukenschlag um Ernst Dokupil geben, der zu den sieben Legenden gehört, die im Wahlkampf für die Liste von Schmid eintreten, der bei ihrem Wahlsieg als neuntes Mitglied ins Präsidium kommen soll, um den Vorwurf der fehlenden Fußbalkompetenz in diesem Gremium zu entkräften. Angeblich soll es bei Rapid noch Protokolle aus den sieben Jahren von Dokupil als Trainer und Sportchef zwischen 1994 und 2001 geben, in denen er etwas zur Debatte stellt, das zu den Forderungen von Schmid eigentlich wie die Faust auf´s Auge passt – wenn´s stimmt. Nämlich auf forcierte Nachwuchsförderung zu verzichten, statt dessen fertige Spieler zu engagieren.

Eigentlich kaum zu glauben. Aber sollte das tatsächlich belegbar sein, wird das sicher zu den Themen der nächsten Tage gehören. Wer weiß, welche Überraschungen es in der grün.weißen Schlammschlacht bis zur Generalversammlung noch geben wird.

 

 

Foto: © SK Rapid Wien Media .

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