Erstmals seit April 2023 ist der deutsche „Clasico“ zwischen Bayern München und Borussia Dortmund, von dem es in über 200 Ländern Live-Übertragungen gibt, wieder ein Duell zwischen Tabellenführer und erstem Verfolger. Bayern ist nach sechs Siegen in sechs Runden Erster, Dortmund mit vier Runden Zweiter. Acht TV-Stationen sind vor Ort dabei – unter anderem ESPN USA mit eigenem Studio aus der Arena und Deutschlands Weltmeister Bastian Schweinsteiger als Experten. In Deutschland glauben viele, dass Bayern nach einem Heimsieg mit sieben Punkten Vorsprung nicht nur die Herbstmeisterschaft nicht mehr zu nehmen wäre. Aber Dortmund ist saisonübergreifend bereits in 14 Spielen ungeschlagen, Bayern gewann keines der letzten drei Duelle gegen Dortmund. In München gab es 2024/25 ein 2:2. Dortmunds Trainer Niko Kovac sieht Bayern als Favorit, seien Mannschaft als Außenseiter, die dem Titelverteidiger weh tun will: „Wir müssen eine Faust ein. Die tut mehr weh als eine Schelle!“ So nennt man in Deutschland den Schlag mit der flachen Hand.
Der deutsche Schlager ist auch ein Österreicher-Duell. Bayern-Trainer Vincent Kompany braucht Konrad Laimer vermutlich wieder als linken Verteidiger, Marcel Sabitzer (Bild) ist im zentralen Mittelfeld der Borussia gesetzt: „Ohne Mut ist in München nichts zu holen“, behauptet Sabitzer, „wenn man nur verteidigen will, kommt man rasch in Schwierigkeiten!“ Bayerns Harry Kane, der als erster Spieler in der Bundesligageschichte in den ersten sechs Runden elf Tore erzielte, könnte den Rekord von Dortmunds Torjäger Serhe Guirassy einstellen oder sogar übertreffen. Der schaffte noch in seiner Stuttgart-Zeit 13 Tore in sieben Runden.
Zum Auftakt der siebenten Runde feierte Ex-Rapidler Leopold Querfeld mit Union Berlin einen wichtigen 3:1 (2:1)-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach, bei dem Christopher Trimmel knapp vor der Pause mit einer Oberschenkelverletzung ausschied. Für Union eine Art Befreiungsschlag, für Mönchengladbach schon das 14. Spiel hintereinander ohne Sieg. Zwei Tage nach seiner Ankunft in Gladbach erlebte Ex-Salzburg-Sportchef Rouen Schröder einen Horror-Start. den er mit ernster Miene von der Tribüne aus verfolgte. Vor dem Spiel hatte er in einer Ansprache gefordert: „Jeder muss sein Herz auf dem Feld lassen“. Passierte nicht. Das einzige Tor erzielte Ex-Austrianer Haris Tabakovic, ein zweites zählte wegen Abseite nicht. In der zweiten Liga übernahm Ex-Ried-Trainer Miron Muslic mit Schalke durch einen 3:0-Auswärtssieg gegen Hannover vorübergehend die Tabellenführung. Die Bilanz von Muslic: Sieben Siege, zwei Niederlagen.
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