Fußball

Laimers Duell gegen seine Zukunft: Das macht Leipzig – Bayern noch brisanter

Ab Freitagabend nach zwei Monaten Pause wieder deutsche Bundesliga, die sich mit drei Runden in zehn Tagen zurückmeldet. In denen sich zeigen wird, wie Titelverteidiger Bayern München seine großen Winterprobleme bewältigt hat, ob sich ein Bayern-Jäger Nummer eins herauskristallisiert. Bei den Wettquoten bleibt Bayern auch ohne Manuel Neuer im Tor der klare Titelfavorit, RB Leipzig kommt dem Tabellenführer am nächsten, kann Freitag im Topspiel gegen Bayern, in Österreich live zu sehen auf Puls 24, mit einem Heimsieg bis auf drei Punkte an den Favorit herankommen.  Nur hat Leipzig von bisher 15 Pflichtspielen gegen Bayern nur eines gewonnen. Im März 2018 mit Ralph Hasenhüttl als Trainer. Seit Marco Rose Anfang September den Trainerjob bei den Bullen als Nachfolger von Domenico Tedesco übernahm, gab es in den 16 Spielen seiner kurzen Ära nur zwei Niederlagen, eine in der Liga. Seit 17. September ist Leipzig unbesiegt, feierte vor der WM-Pause vier Siege hintereinander.

Die Bayern-Sorgen betreffen nicht nur Neuer, statt dem in Leipzig erstmals der Schweizer Teamtorhüter Yann Sommer den Bayern-Dress tragen wird.  Der zuletzt herausragende Franzose Lucas Hernandez fällt nach dem bei der WM erlittenen Kreuzbandriss für den Rest der Saison aus, für ihn kam kurzfristig der erfahrene Holland-Teamspieler Daley Blind von Ajax Amsterdam. Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui zog sich bei der WM eine Herzbeutelentzündung zu. Wahrscheinlich, weil er nach Corona-Infektion im Spiel um Platz drei für Marokko im Einsatz war. Dazu müssen die deutschen Teamspieler den bei der WM erlittenen Karriere-Knacks verkraften. Der für Routinier Thomas Müller weiter geht: Er wäre statt Neuer Kapitän, wird aber in Leipzig auf der Bank beginnen. Nach dem Auftakt hat Bayern zwei Heimspiele: gegen den 1. FC Köln und Oliver Glasners Eintracht Frankfurt.

Der „Debütant“ bei Leipzig hat eine Bayern-Vergangenheit als Spieler: Sportchef Max Eberl. Er entschied sich nach einem Gespräch mit dem damals schon schwer kranken und inzwischen verstorbenen Red Bull-Boss Didi Mateschitz, das für das Projekt Leipzig, kehrt nach seinem Burn Out-Ausstieg bei Mönchengladbach im Jänner zurück, trifft mit Rose auf einen Trainer, mit dem er zwei Saisonen in Mönchengladbach zusammengearbeitet hatte. Ein Duell gegen Bayern hat Eberl bereits verloren: Das um Mittelfeldmotor Konrad Laimer, den Österreichs Teamchef Ralf Rangnick als besten Balleroberer in Europa sieht. Laimers Vertrag läuft im Sommer aus, er wird ablösefrei von Leipzig nach München wechseln. Wie vor ihm zwei andere Ex-Salzburger, Dayot Upamecano und Marcel Sabitzer. Beide allerdings um zweistellige Millionenbeträge. Eberl kündigte im spanischen Trainingslager an, um Laimer zu kämpfen. Als er dies sagte, war er bereits chancenlos.

Laimers Entscheidung fiel bereits im letzten Jahr. Der 25 jährige ließ sich nicht davon abschrecken, dass sich weder Sabitzer noch der letztes Jahr von Ajax Amsterdam gekommene Ryan Gravenberch einen Stammplatz im Bayern-Mittelfeld sichern konnte. Laimer spielt daher Freitag gegen seine Zukunft – auch das sorgt für Zündstoff.  Der Kampf um das zentrale Mittelfeld wird zum Länderspiel zwischen Österreich und Deutschland: Für Leipzig die Ex-Salzburger Laimer und Xaver Schlager gegen Joshua Kimmich und Leon Goretzka, die deutsche Top-Besetzung. Verzichten muss Leipzig auf den rekonvaleszenten Torjäger Christopher Nkunku. Als Ersatz vertraut Rose auf den Portugiesen Andre Silva.

Bayern-Jäger Nummer eins sind dem Tabellenrang nach die Österreicher Michael Gregoritsch und Philipp Lienhart, den eine Wadenverletzung in der Vorbereitung bremste. In Wolfsburg soll der Innenverteidiger am Samstag trotzdem beginnen. Freiburg steht sowohl in der Europa League als auch im deutschen Pokal bereits im Achtelfinale, traut sich die Fortsetzung des sensationellen Höhenflugs zu, auch die Qualifikation für die Champions League. „Große Töne wird man von uns nie hören“, versicherte Lienhart. Besonders von ihm nicht. Kommende Woche hat Freiburg zwei Heimspiele. Gegen Frankfurt und Augsburg, wo Kelvin Yeboah, der ehemalige Stürmer von Sturm Graz und WSG Tirol gelandet ist. Auf Leihbasis vom italienischen Zweitligisten FC Genua, bei dem er im Herbst kaum spielte. Augsburg hat auf Yeboah eine Kaufoption für fünf Millionen Euro. Sturms Sportchef Andreas Schicker verkaufte Yeboah vor einem Jahr um 6,5 Millionen nach Italien.

 

Foto: UEFA.

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