Viel Zeit nahm sich Montag der Senat eins der Bundesliga, um in einer Online-Verhandlung über die Konsequenzen aus dem vom Rapid-Fansektor verursachten Eklat im Wiener Derby zu beraten. Rapids Führungsetage informierte die Liga, zumindest für drei Jahre bei den Auswärtsspielen gegen die Wiener Austria auf Karten für die grün-weißen Fans zu verzichten. Aber das wird das Urteil, das erst Dienstag bekanntgegeben wird, nicht wirklich beeinflussen können. Nach dem Derby stoppte Rapid vorsorglich den Vorverkauf für das letzte Heimspiel des Grunddurchgangs gegen Tabellenführer Red Bull Salzburg. Beim Auswärtsspiel gegen Altach am kommenden Sonntag gibt es im Schnabelholz einen Gästesektor. Die Frage bleibt, ob die grün-weiße Fanszene, die zuletzt beim 2:0 gegen Wolfsberg aus Protest nicht ins Stadion kam, nach Vorarlberg fährt.
Altach rüstet für den vierten Heimsieg in diesem Jahr. In den drei Runden unter dem neuen Trainer Ognjen Zaric holte keine andere Mannschaft sieben Punkte wie Altach. In der „Zaric-Tabelle“ wäre Altach Erster. Nur Adi Hütter gelang als Altach-Trainer ein besserer Start als Zaric _ das liegt schon 17 Jahre zurück. Einer, der zu den Stützen beim Altacher Höhenflug gehört, schaffte bei Rapid zwischen 2022 und 2024 nicht den Sprung den Stammspieler: Der 29 jährige Patrick Greil, der ablösefrei von Austia Klagenfurt nach Hütteldorf kam, war bei drei Trainern (Ferdinand Feldhofer, Zoran Barisic und Robert Klauß) praktisch nur ein Mitläufer. Seit letzten Sommer ist er bei Altach nach einer Saison in der dritten deutschen Liga bei Sandhausen samt Absieg eine Stütze im Mittelfeld wie neun Tore und drei Assists in 23 Pflichtspielen zeigen. Die Bilanz nach 48 Einsätzen bei Rapid: Ein Tor und vier Assists.
Wenn Altach Sonntag gewinnt, überholt Greil seinen Ex-Klub, verdrängt ihn von Platz sechs und aus der Meisterrunde. Eine Woche später gastiert Greil mit Altach in Graz bei Sturm und Fabio Ingolitsch. Jenen Trainer, der ihn ins Ländle holte. Zwischen Rapid und Sturm kommt das Cupsemifinale in Salzburg. Rapids Sportchef Markus Katzer sprach von einer ganz schwierigen und wichtigen Phase, macht sich aber keine Gedanken über das untere Play off: „Ich bin überzeugt davon, dass wir die nötigen Punkte machen. Am Ende ist unser Weg der richtige!“ So selbstbewusst gab er sich Sonntag in „Talk & Tore“ von Sky.
Foto: Yigit Oerme.