Samstag ist Trainingsauftakt bei Winterkönig Red Bull Salzburg. Dabei sind der 21 jährige japanische Innenverteidiger Anrie Chase, den Ex-Sportchef Rouven Schröder im Sommer trotz Adduktorenverletzung um zwei Millionen Euro vom Vfb Stuttgart holte, der noch keinen Einsatz bei den Bullen hatte. Und Mittelfeldspieler Justin Omorogie, zuletzt an Hartberg verliehen, nach einem Achillessehnenriss. Was naheliegend gewesen wäre, passiert hingegen nicht: Johannes Moser, mit acht Toren Schützenkönig der Unter17-WM in Katar, bei der er zum zweitbesten Spieler gewählt wurde, ist nicht dabei. Das bedeutet: Er bekommt keine Chance, sich in der Vorbereitung aufzudrängen. Wer immer die Entscheidung getroffen hat, die ist ein Fehler. Trainer Thomas Letsch wird nicht ganz unbeteiligt daran gewesen sein. Das bestätigt leider den falschen Trend bei den Spitzenklubs der Bundesliga, auf Ausländer zu setzen statt auf österreichische Talente.
Moser erzielte bei der Unter 17-WM in Katar acht Tore, hatte seinen Anti daran, dass Österreich Vize-Weltmeister wurde. Das spricht für seine Qualitäten. Im letzten Sommer zahlte Salzburg an Bayer Leverkusen für den damals 17 jährigen Bosnier Kerim Alajbegovic zwei Millionen Euro Ablöse. Der inzwischen 18 jährige Offensivspieler war Salzburgs bester Transfer. Für Moser müsste Salzburgs nichts bezahlen. Das Alter darf kein Argument sein, außerdem wird Moser am 16. Jänner 18 Jahre jung, ist dann genauso alt wie Alajbegovic. Die Leistungen der Salzburgr Offensivspieler trotz Platz eins nach 17 Runden waren in Sachen Effizienz nicht wirklich überzeugend. Der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig Karim Konate kämpft noch um sein Comeback nach Kreuzbandriss. Es gab zwar gute Phasen beim 21 jährigen Japaner Sota Kitano (in allen Bewerben vier Tore), dem 24 jährigen Belgier Yorbe Vertessen (zehn Tore), beim 19 jährigen Ghanesen Edmund Baidoo (acht Tore), beim 22 jährigen Petar Ratkov (zwölf Tore) – aber die sind kein Argument, um Moser keine Chance zu geben, sich im Trainingslager Belek zu zeigen. Wenn dies der neue Sportvorstand Marcus Mann, der damit nichts zu tun haben kann, noch korrigieren sollte, wäre das seine erste gute Tat.
Drei Vorbereitungsspiele bestreitet Salzburg vor dem ersten Pflichtspiel des neuen Jahres, am 22. Jänner gegen den Schweizer Meister FC Basel in der Europa League. Für das erste am kommenden Dienstag, dem Dreikönigstag, gegen Deutschlands Meister Bayern München mit dem Ex-Salzburger Konrad Laimer, sind 26.000 Karten verkauft. In Belek wird Salzburg gegen den serbischen Meister Roter Stern Belgrad und den aktuell Zweiten der Conference League, Rapid-Bezwinger Rakow Czestechowa, aus Polen, spielen. In der Europa League wird es Salzburg gegen Basel und Aston Villa nur mit einem Wunder in die Playoffs schaffen, daher ist das Viertelfinale im Uniqa-Cup am 1. Februar bei Titelverteidiger Wolfsberg wichtiger.
Foto: ÖFB/A.Pichler.