Fußball

Der Teamchef von Österreichs WM-Gegner Algerien übertrifft sogar Rangnick

Weil Algerien schon vor seinem letzten Gruppenspiel im Afrika-Cup als Gruppensieger feststand, erstmals seit sechs Jahren ins Achtelfinale aufstieg, ließ Teamchef Vladimir Petkovic Mittwoch in Rabat beim 3:1 (3:0) gegen Äquatorial-Guinea die Reservisten ran. Von der Startelf beim 1:0 gegen Burkina Faso begannen nur Leverkusen-Jungstar Ibrahim Maza, der ein Tor erzielte, und Rayan Ait Nouri von Manchester City. Zu den Reservisten gehörten Legionäre von Eintracht Frankfurt, Feyenoord Rotterdam, Dinamo Zagreb und Caen aus Frankreich. Petkovic schonte Stammspieler wie seinen Kapitän Riyad Mahrez, Abwehrchef Ramzy Bensabaini oder Wolfsburg-Stürmer Mohammed Amoura für das Achtelfinale gegen Kongo am kommenden Dienstag, dem Dreikönigstag. Der 18. Sieg im 23. Spiel der Ära des bosnischen Kroaten Petkovic,  die im Februar 2024 begann, war trotz des ersten Gegentors beim Afrika-Cup nie gefährdet. Mit dem Bosnier als Teamchef gewann Algerien nur fünf Partien nicht, verlor lediglich zweimal. Das erste Heimspiel in der WM-Qualifikation gegen Guinea (1:2) und am 10. Juni 2025 ein Freundschaftsspiel in Malmö gegen Schweden nach 0:4-Rückstand 3:4. Seit damals ist Algerien unbesiegt (acht Siege, ein Unentschieden). Beim Arab-Cup im Dezember in Katar spielte nur eine B-Elf, bei der Petkovic nicht dabei war.

Die Siege mit Teamchef Petkovic feierten die Algerier in Tests gegen Saudiarabien und Bolivien, gegen Uganda, Äquatorial-Guinea, Liberia, Togo, Botsuana, Mosambik, Ruanda. Somalia und Simbabwe in der afrikanischen WM-Qualifikation, jetzt im Afrika-Cup gegen Sudan, Burkina Faso und nochmals Äquatorial-Guinea. Das macht für Petkovic den ausgezeichneten Punktschnitt von 2,47. Da kann selbst Ralf Rangnick mit 24 Siegen in 42 Spielen nicht mithalten –  „nur“ 1,90. Petkovic, der sich nach sieben Jahren 2021 als Schweizer Teamchef mit den meisten Länderspielen (78) verabschiedete, war mit den Eidgenossen bei drei Großereignissen, Rangnick mit Österreich nur bei einem. Bei der EM 2016 in Frankreich schied Petkovic mit der Schweiz im Achtelfinale gegen Polen im Elfmeterschießen aus, zwei Jahre später bei der WM in Russland ebenfalls im Achtelfinale mit 0:1 gegen Schweden, die Europameisterschaft 2021 wurde größten Erfolg. Im Achtelfinale eliminierte die Schweiz Frankreich im Elfmeterschießen, scheiterte im Viertelfinale an Spanien im Penaltydrama. Danach trat Petkovic zurück, obwohl der Vertrag bis zur WM in Katar gelaufen wäre. Die Weltmeisterschaft 2026 wird für Petkovic schon seine zweite, für Rangnick ist es ein „Debüt“.

Foto: EPA.

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