Fußball

Marco Rose in einer Woche um 1,5 Millionen teurer

Red Bull Salzburgs Erfolgstrainer Marco Rose schweigt verständlicherweise eisern zu seinen Zukunftsplänen. Aber fast wöchentlich liefert er in Deutschland neue Schlagzeilen. So auch am Dienstag, als er mit einen Salzburger Jungs im Autobus nach Graz zum Semifinale des Uniqa-Cups beim Riesentöter GAK saß. Da wurde offiziell,dass Mönchengladbach und Trainer Dieter Hecking nach dieser Saison getrennte Wege gehen. Obwohl der Vertrag mit ihm  letzten November bis 2020 verlängert wurde. Der Grund: Gladbach stürzte in den zehn Spielen der Rückrunde vom Champions-League-Platz drei auf fünf hinter RB Leipzig und Adi Hütters Eintracht Frankfurt ab, gewann von den letzten sieben Partien nur eine. wäre derzeit in der Europa League. Was in den zwei Saisonen davor mit Hecking auch nicht gelang.  Er scheint die Mannschaft nicht mehr zu erreichen, wie sich letzten Samstag beim 1:3 gegen Fortuna Düssseldorf ansatzweise zeigte. Gladbachs Wunschtrainer heißt laut „Bild“ Marco Rose, mit ihm soll grundsätzlich schon Einigkeit erzielt worden sein.

Das müsste schnell gegangen sein,  denn erst mit der Niederlage in Düsseldorf begannen am Samstag Abend die Trainerdiskussionen in Gladbach. Die Borussia soll bereit sein, 2,5 Millionen Euro nach Salzburg zu überweisen, um Rose  aus seinem Vertrag, der bis 2020 läuft herauszukaufen. Wenn das stimmt, wurde Rose  durch den 5:1-Heimsieg gegen Austria um 1,5 Millionen teurer. Denn vor einer Woche outete Bild  die Vertragsklausel von Rose mit Salzburg mit einer Millionen Ablöse. Die ein Schnäppchen für jeden deutschen Bundesligaklub wäre.

Bei drei steht Rose auf der Wunschliste. Bei Gladbach, Schalke und Wolfsburg. Bei Gladbach und Schalke könnte Rose das leichter gelingen als in Wolfsburg, was er in einem 75 Minuten-Interview bei „Sky Austria“ vor zwei Wochen meinte: „Ein Verein sollte schon seine eigene Identität schaffen, um die Fans anzulocken, die wissen sollten, welche Art von Fußball sie erwarten können, wenn sie ins Stadion kommen.“ Schalke wäre mit seiner Tradition und den Emotionen die größte Herausforderung, schaffte aber in den letzten Jahre noch jeden Trainer. Wolfsberg hat das Image des VW-Werksklubs und mit Jörg Schmadtke einen problematischen Sportchef, der am Tag der Trainerneuigkeiten aus Gladbach bestätigte, sich mit dem Thema Rose ernsthaft zu beschäftigen. Aber nicht nur mit ihm. Dass ein Trainer mit Schmadtke Probleme bekommen kann, seine Ideen umzusetzen, kann Peter Stöger aus gemeinsamen dreieinhalb Jahren beim 1.FC Köln bestätigen. Nach drei erfolgreichen Saisonen endete alles nach den ersten Miterfolgen im Streit, als Schmadtke im Herbst 2017 das Handtuch warf, ohne mit Stöger darüber zu reden. Den ersten Kontakt hatten beide erst wieder letzten Samstag in der Pause bei Borussia Dortmunds 2:0 gegen Wolfsburg, eingefangen von den Sky-Kameras.  Borussias Ex-Trainer Stöger war persönlicher Gast von Dortmund Boss Hans Joachim Watzke. Schmadtke zum Wiedersehen mit Stöger: „Wir haben die Gelegenheit genützt, uns eine Viertelstunde auszutauschen.“ Wolfsburg und Stöger ist und wird kein Thema.

Bei Mönchengladbach könnte Rose ähnlich in Ruhe arbeiten wie derzeit in Salzburg, dafür bürgt schon der umsichtige Sportvorstand Max Eberl. Aber trotzdem: Auch dort würde  das Wort des Trainers nicht so viel zählen wie in Salzburg. Wo sich Rose auch dank Red Bull-Boss Didi Mateschitz sehr wohl fühlte. Finanzielle Aspekte werden für Roses Entscheidung nicht entscheidend sein. Nur die Frage, ob er sich schon einer neuen Herausforderung stellen will. Oder die mit seinen Jungs die in der Champions League sucht, in der er weder mit Gladbach, Wolfsburg und mit Schalke nächste Saison spielen würde. Nur mit Salzburg. Und selbst wenn nach Munas Dabbur und Hannes Wolf im Sommer noch Abgänge drohen, so zeigte Rose in den letzten Wochen in der Europa League bereits auf, dass es sehr wohl brauchbare Alternativen gibt. Mit Patson Daka beim 4:0 gegen FC Brügge, mit  Dominik Szoboszlai beim 3:1 gegen Napoli. Seine gelebte Mission, junge Spieler zu fördern, kann Rose eher in Salzburg als in Deutschland erfüllen.

Der aktuelle Stand der deutschen Rose-Gerüchtebörse am Mittwoch Vormittag: Laut „Kicker“ hat er Wolfsburg abgesagt. Womit dort LASK-Trainer Oliver Glasner Favorit werden soll. Der hält es wie Rose: Er kommentiert das nicht.

 

 

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