Fußball

Messi aufgelöst wie zuvor noch nie! Belgien rächte die Fußball-Welt

Montag vergoss Cristiano Ronaldo Tränen, am Tag danach Lionel Messi. Der Unterschied: Beim 41-jährigen Portugiesen war es die Reaktion auf das Ausscheiden gegen Spanien, sein letztes Spiel im Teamdress, beim zwei Jahre jüngeren Argentinier eine auf den absoluten Wahnsinn. Bis zur 79. Minute lag Weltmeister Argentinien in Atlanta gegen Ägypten 0:2 zurück, ehe drei Tore in 13 Minuten noch das Wunder und den Aufstieg möglich machten. Nur beim Siegestreffer war der Kapitän nicht dabei, ansonsten bei allen entscheidenden Szenen dabei. Nach 21 Minuten verschoss er den zweiten Elfmeter bei dieser WM. Damit ist der Argentinier der erste Spieler in der WM-Geschichte, der in der regulären Spielzeit zwei Elfmeter hintereinander vergab. Gegen Österreich schoss er daneben, gegen Ägypten so schlecht, dass Tormannriese Oufa Shobeir, der früher bei Al Ahly Kairo zu den Spielern von Österreichs Ex-Teamchef Marcel Koller gehörte, abwehren konnte. In der zweiten Hälfte hatte Argentinien bis zur 79. Minute keine Torchance, nahm Messi phasenweise am Spiel nicht teil, ehe der Wahnsinn begann.

Eine Messi-Flanke bereitete den Anschlusstreffer durch den Kopfball von Innenverteidiger Cristian Romero, den Schützen des Siegestreffers beim Zittersieg gegen Kap Verde vor. Vier Minuten später traf Messi mit links wuchtig unter die Latte. Sein achtes Tor bei dieser WM, insgesamt sind es beim WM-Rekordtorschützen jetzt 21.  In der Nachspielzeit, als alle schon nach Verlängerung aussah, ließ sich Ägypten auskontern: Flanke des nach 66 Minuten eingewechselten Inter-Mailand-Stürmers Lautaro Martinez, Kopfball von Chelsea-Star Enzo Fernandez gegen die Laufrichtung des chancenlosen Tormanns – das sorgte für pure Ekstase und riesige Emotionen beim Weltmeister. Messi war völlig aufgelöst, die Tränen strömten ihm vor Erleichterung über Gesicht, die Mitspieler nahmen ihn in den Arm. Er zog sein Shirt aus, trocknete sich damit die Tränen. Seltene Bilder von ihm. Ägypten forderte wie zuvor im Sechzehntelfinale Kap Verde den Weltmeister viel mehr als Österreich. Das zeigt, dass in Wirklichkeit kein Grund für rot-weiß-rote Zufriedenheit über die WM-Leistungen besteht.

In der Nacht auf Dienstag rächte Belgien in Seattle mit dem 4:1 (2:1) gegen die USA die Fußballwelt für den Skandal von US-Präsident Donald Trump und FIFA-Boss Gianni Infantino mit der aufgehobenen Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun. Nachher redete niemand mehr über eine rote Karte, sondern nur über die roten Teufel auf Belgien,  die beim Aufstieg in Hellblau spielten, das Match immer im Griff hatten. Als die Amerikaner, bei denen Balogun diskret blieb, in der ersten Hälfte durch einen abgefälschten Freistoss ausglichen, folgten eine Minute später die neuerliche belgische Führung durch das zweite Tor von Atalanta-Stürmer Charles De Ketelaere. Ein schrecklicher Fehler von US-Tormann Matt Freese, einem Mitspieler von Hannes Wolf bei New York City FC, brachte die endgültige Entscheidung. Am Ende stellte Romelu Lukaku noch einen WM-Rekord auf: Als erster Spieler, der nach seiner Einwechslung bei vier WM-Spielen ein Tor erzielte. Das Viertelfinale feierten die Belgier, bei denen Kevin de Bruyne nicht „gebraucht“ wurde, mit einem Tänzchen, in dem für Trump typische Bewegungen nicht fehlten. Infantino war im Stadion. Aber anders als sonst wurden Bilder von ihm auf der Vidiwall nicht gezeigt. Im Viertelfinale trifft Belgien Freitag in Los Angeles auf Europameister Spanien.

Foto: Magenta-TV.

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