Fußball

Mit diesem Dabbur bleibt Salzburg eine Ausnahme

Der LASK legte mit dem souveränen 3:0 (3:0) in Wolfsberg vor, kam damit bis auf einen Punkt an Red Bull Salzburg heran, aber dann kam die standesgemäße Antwort des Meisters, der auch zu Beginn der Meisterrunde zeigte, eine Ausnahmeerscheinung in Österreichs Fußballszene zu sein und für den einzigen Heimsieg in den drei Sonntags-Partien sorgte. Und der fiel mit 5:1 (1:1) gegen eine Austria, die bis zur Pause mithielt, sich 60 Minuten lang verbessert zeigte, ziemlich klar aus. Auch weil Salzburgs Nummer neun die mit Abstand beste der Liga ist: Munas Dabbur bedankte sich bei Israels österreichischen Teamchef Andreas Herzog für dessen Besuch mit einen Viererpack.

Insgesamt kam er damit auf 40 Tore in der Bundesliga, 16 in dieser Saison. In dem er außer dieses Viererpacks auch für sieben Doppelpacks sorgte. Für drei in der Bundesliga, vier im Europacup. Mit diesem Dabbur können auch die Offensivwaffen des LASK aus Brasilien, Joao Victor trotz seiner zwölf Saisontore und der im Winter verpflichtete Joao Klauss mit seiner  Wucht nicht mithalten. Das ist einer, der den Unterschied ausmacht. Auf diesen Dabbur wartet auch der FC Sevlla sehnsüchtig, der Sonntag zur gleichen Zeit, in der Dabbur in Salzburgs eine Torfestspiele hatte, daheim mit Max Wöber als linkem Verteidiger gegen Valencia 0:1 verlor, sich immer mehr vom Champions League-Platz entfernt. Es schaut so aus, als würde Dabbur mit dem Abgang aus Salzburg weiter darauf warte müssen, in der Königklasse zu spielen.

Dabburs Führungstor gegen die Austria nach idealem Pass  von Stefan Lainer konnte Violett durch einen Elfmeter, den Max Sax verwandelte, egalisieren. Sax vergab zuvor die Möglichkeit zum ersten Tor in diesem Match. Bis zur Pause hielt Violett auch chancenmäßig mit. Bitter, dass nach zwei Minuten der zweiten Hälfte Takumi Minamino für Salzburgs 2:1 sorgte. Bright Edomwonyi vergab die Chance zum zweiten Ausgleich, ehe der Untergang begann. Den Dabbur mit einem Hattrick innerhalb von 16 Minuten, von der 75. bis zur 91., perfekt machte. Daher hieß das bittere Fazit von Austrias Trainer Robert Ibertsberger am Ende: „Von der guten ersten Hälfte haben wir nichts. So darf sich eine Austria am Ende nicht abschießen lassen.“

Vor seinem 2:1 scheiterte Dabbur mit einem Penalty an Austrias Tormann Patrick Pentz, verwertete aber den Nachschuss. Danach trat er wütend in den Rasen, weil es bereits der dritte Elfmeter in kurzer Zeit, den der vergab. Wie zuvor beim 4:0 gegen FC Brügge und beim 0:0 gegen Sturm Graz.  Aber der Ärger bremste ihn nicht. Im Gegenteil. Nach seinem Knaller ins Kreuzeck zum 4:0 lachte auf der Tribüne auch Herzog. Beim 5:0 hob der Israeli den Ball nach Idelpass von Diadie Samassekou gefühlvoll über Pentz. Nur 10.000 Zuschauer sahen diese Gala. 1500 weniger, als am Tag zuvor zu Rapids 3:0 gegen Admira kamen. Die beste Mannschaft Österreichs kommt im ersten Heimspiel nach dem glanzvollen Europa League-Abend gegen Napoli nicht an den schwächsten Rapid-Besuch dieser Saison heran. Das sollte den Salzburger Fans zu denken geben. Vielleicht kann man sie in den nächsten Wochen mehr aus der Reserve locken, indem man sie darauf hinweist, dass sie nur noch viermal Gelegenheit haben, in Salzburg diesen Dabbur zu sehen.

Der Serienmeister stellte mit dem Kantersieg Rekorde auf: 40 Heimspiele in der Bundesliga ohne Niederlage, 60 Pflichtspiele insgesamt. 18 Siege in den ersten 23 Runden feierte zuvor nur die Austria in ihrer letzten Meistersaison 2012/13 unter Peter Stöger: „Wenn wir nächsten Sonntag beim LASK nicht punkten, dann haben wir von diesen Rekorden nichts“, spielte Trainer Marco Rose auf das Spitzenduell am kommenden Sonntag in Pasching an. Sollte der Tabellenführer auch dort gewinnen, dann ist die Titelentscheidung trotz Punkteteilung schon vor den letzten acht Runden gefallen. Nur Fragen nach seiner Zukunft schienen Rose nachher beim „Sky“-Interview etwas zu nerven: „Das Ergebnisse und unsere starke zweite Hälfte sollten das Thema sein, nicht Marco Rose“ bemerkte er.

Hinter Salzburg und LASK folgt in der Tabelle die Startüberraschung: St.Pölten sprang nach einem unerwarteten 1:0 (0:0) bei Sturm Graz auf Platz drei. Der ersten Sieg nach fünf Runden und drei Niederlagen hintereinander tat speziell dem auch intern angezweifelten Trainer Ranko Popovic gut. Zumal er den Siegestorschützen Husein Balic eintauschte. Graz ist für Popovic offenbar ein guter Boden. Dort gehörte er als Spieler zur erfolgreichsten Sturm-Mannschaft aller Zeiten unter Ivica Osim. Gemeinsam mit dem aktuellen Sturm-Trainer Roman Mählich, der die zweite Heimpleite seiner Ära als verdient bezeichnete: „Unsere Leistung war zu schlecht. Schlechtes Zweikampfverhalten, schlechte Passquote. Es passte nichts.“

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