Fußball

Mit Mikael Merino können Österreichs Joker nicht mithalten

In jedem der bisherigen vier Nations League-Spiele von Österreichs Team fielen Tore  durch eingewechselte Spieler. Durch Sasa Kalajdžić beim 3:1 gegen Israel, durch Carney Chukwuemeka beim 3:1 gegen den Kosovo, durch Alexander Prass und Michael Gregoritsch beim 2:2 gegen Irland in Dublin und zuletzt Christoph Lang in Pristina. Eine Erfolgsbilanz, die es aber auch bei Europas Topteams gibt. Frankreich lag Montag im Stade de France gegen Belgien 0;1 zurück, als Teamchef Zinedine Zidane Michael Olise und Desire Doue einwechselte. In 30 Minuten sorgte das Duo für die Wende. Endstand 4:1 für Frankreich, erster Heimsieg unter Zidane, Doue erzielte den Ausgleich, Olise steuerte zwei Tore und einen Assist bei.

Den effizientesten Joker hat aber Welt- und Europameister Spanien. Das bestätigte Mikel Merino Dienstag in Split, als er gegen Kroatien das Ende der spanischen Erfolgsserie verhinderte. Spanien lag 0:1 zur Pause zurück, deshalb brachte Teamchef Luis de la Fuente zur zweiten Hälfte. Der 30 jährige von Arsenal setzte seine fast unheimliche Serie von entscheidenden Jokertoren fort:  Es begann vor zwei Jahren im Viertelfinale der Europameisterschaft. Da erzielte Merino in Stuttgart gegen Deutschland in der vorletzten Minute der Verlängerung das entscheidende 2:1. Heuer bei der Weltmeisterschaft war Merino gleich zweimal der Matchwinner: Im Achtelfinale gegen Portugal kam er in der 85. Minute, erzielte in der 91. das goldene Tor zum 1:0. Im Viertelfinale gegen Belgien brauchte Merino nur zwei Minuten: In der 86. Minute eingewechselt, zwei Minuten später das 2:1 erzielt.

Dabei ist Merino ein Spätstarter: Zwischen 2016 und 2018 konnte sich der Baske weder bei Borussia Dortmund noch bei Newcastle durchsetzen. Da galt er als Flop. Daher zurück nach Spanien zu Real Sociedad, vor zwei Jahren kaufte ihn Arsenal um 32 Millionen Euro. Jetzt ist er der Super-Sub. In Welt- und Europameisterschaft, dreimal in der Nations League (2025 im Viertelfinale, heuer in den Gruppenspielen gegen Tschechien und Kroatien). De La Fuente setzte Merino 16 mal als Joker ein, dabei erzielte er sechs Tore. Das schaffte außer Merino, der insgesamt 13 Treffer für „La Roja“ schoss, kein anderer europäischer Teamspieler.

Foto: UEFA.

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