Fußball

Mit Smoking oder schmutzig: Frankreich hat zwei Gesichter

Mehr als ein Elfmetertor von Kylian Mbappe war für Frankreich gegen Deutschland-Bezwinger Paraguay nicht drin, aber das reichte in Philadelphia, um mit 1:0 (0:0) ins Viertelfinale gegen Marokko am Donnerstag in Boston zu kommen. Paraguay war in der Wahl seiner Mittel nicht gerade zimperlich, manche sprachen sogar von einem „Prügel-Achtelfinale“, das den Unparteiischen aus Usbekistan, Ilgiz Tantashev, der auch Österreichs 3:3 gegen Algerien geleitet hatte, eindeutig überforderte. Vergehen, die normal die rote Karte nach sich ziehen mussten, wie den Faustschlag von Paraguays Matias Galarza, ignorierten er und der VAR. Nur die Franzosen bekamen drei gelbe Karten, Paraguay keine. Zuvor gab es noch keine schlechtere Schiedsrichterleistung bei der WM. Tantashev ließ auch zu, dass Paraguays Spieler nach der Elfmeterentscheidung versuchten, den Elfmeterpunkt zu zerstören. Von Kapitän Mbappe kam eine klare Ansage: „Wenn wir unsere Hände in die Scheiße stecken müssen, werden wir sie in die Scheiße stecken. Sie dachten, dass wir kommen würden, um im Smoking zu spielen, dass wir nur kommen würden, um schöne Aktionen zu machen“. Aber die Franzosen wissen auch, wie man schmutzigen Fußball spielt: „Es gibt im Fußball kein Richtig oder Falsch, sondern nur einen Weg: Gewinnen!“

Ob den England in der Nacht auf Montag auf 2000 Meter Höhe im Aztekenstadion gegen Mexiko finden kann? „Wir müssen die besten Leistungen aus den bisherigen Spielen zusammenbringen“, wusste Teamchef Thomas Tuchel. Mexiko erreichte letztmals bei der Heim-WM 1986 das Viertelfinale. Die Boulevardzeitung „The Sun“ berichtete, dass die Spieler das Potenzmittel Viagra einnehmen werden, weil dies gegen die Auswirkungen der Höhenluft helfen könnte und nicht auf der Dopingliste steht. Tuchel bestritt es. In der Nacht vor dem Achtelfinale belagerten mexikanische Fans das Teamhotel der Three Lions und versuchten, mit Trommeln, Feuerwerkskörpern und Musik die englischen Spieler um den Schlaf zu bringen. Das war schon vor dem ersten K. o.-Spiel Mexikos Gegner Ecuador passiert. Der englische Verband hatte deshalb mehrere Hotels gebucht, um Fans und lokale Medien zu verwirren. Half auch nicht. Ebenso wenig die Straßensperren und errichteten Barrikaden. Von einer nahegelegenen Brücke wurde Feuerwerk gezündet. Einige Mexikaner versuchten, auf das Gelände des Fünfsternehotels zu gelangen, wurden aber von Bereitschaftspolizisten zurückgedrängt.

 

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