Fußball

Vor den Augen von Wayne Gretzky flog Kanada raus: Marokko erster Viertelfinalist

Ein kanadischer Weltstar, die inzwischen 65-jährige Eishockey-Legende Wayne Gretzky, saß in Houston auf der Tribüne. „Glücksbringer“ war „The Great one“ keiner. Mit Kanada flog der erste Veranstalter raus, Marokko war beim 3:0 (0:0) die effektivere Mannschaft. Die große Sensation der letzten WM in Katar steht als erstes Team im Viertelfinale, trifft Donnerstag  in Boston auf den Sieger aus Frankreich – Paraguay. Dabei war Kanada in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft. Marokkos in Montreal geborener 35-jähriger Tormann Bono, der auch kanadischer Staatsbürger ist,  verhinderte Kanadas Führung. Früher war Bono Sevillas Rückhalt, seit zwei Jahren ist er bei Al-Hilal in Saudiarabien.

Es ging ziemlich intensiv zur Sache, auch eine Rudelbildung war dabei. Der englische Referee Michael Oliver verteilte in der ersten Hälfte sechs gelbe Karten, insgesamt acht. Marokko steckte auch den Ausfall von Bayerns 50-Millionen-Neuerwerbung Ismail Saibari nach 22 Minuten weg. Er schied mit einer Oberschenkelverletzung aus. Fraglich, ob er bei der WM noch einmal spielen kann. Mit der ersten Torchance ging Marokko nach 50 Minuten in Führung: Ein Freistoß von Kapitän Achraf Hakimi in den Rückraum reichte für das 1:0. Alle Kanadier standen  im Strafraum, dadurch kam Mittelfeldspieler Azzedine Ounahi, Legionär in Spanien bei Girona, kam frei zum Schuss. Irgendwie ging der Ball durch, flog ins Eck.

Danach konnten sich die Marokkaner zurückfallen lassen und auf ihr schnelles Umschalten setzen. Das entschied letztlich das Match. Der Doppelpack der Nummer 8, von Ounahi (Bild), machte nach 82 Minuten alles klar, die letzten verzweifelten Bemühungen der Kanadier öffneten noch die Tür zum 3:0 durch Saibaris Nachfolger Soufane Rahimi. Die Vorlage zum zweiten und dritten Treffer kam jeweils von Real Madrid-Legionär Brahim Diaz. Kanadas Teamchef, der Amerikaner Jesse Marsch, versuchte mit einer seiner emotionalen Reden, für die er bekannt ist, die Verlierer aufzurichten: „Ihr wart die bessere Mannschaft, auch nach dem ersten Tor“, schrie der Ex-Salzburg-Trainer, der Marokko beim Aufstieg gegen Holland vor Ort in Monterrey beobachtet hatte, im Kreis. Aber Marokko kam weiter. Ein Erfolg für den Teamchef, den 49-jährigen Belgier Mohamed Quahbi, der selbst nie auf höchstem Niveau spielte. 2025 war er mit Marokko U 20-Weltmeister, danach wurde er Teamchef, löste Walid Regragui ab, mit dem Marokko vor vier Jahren ins Semifinale gekommen war.

Foto: FIFA.

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