Fußball

Nach 20 Sekunden der goldene Kojzek-Schuss: Unter 21 Tabellenführer

Das kam nicht ganz erwartet: Einen Monat nach der 0:2-Pleite gegen Wales in Linz rehabilitierte sich Österreich U 21 in der EM-Qualifikation. Das 1:0 (0:0) vor 2000 Zuschauern gegen den höher eingeschätzten, zuvor ungeschlagenen Tabellenführer Belgien war ein richtiges Statement.  Denn der Sieg gegen den Favoriten ging durchaus in Ordnung. Wobei Teamchef Peter Perchtold mit einem goldenen Händchen seinen Anteil hatte: Nach 64 Minuten wechselte er Rieds Lokalmatador Jonas Mayer für den bis dahin auffälligen Debütanten Ermin Mahmic, Legionär in Tschechien bei Slovan Liberec, zuvor in der zweiten Liga bei Lafnitz und in der Rapid-Akademie, ein, 18 Minuten später Wolfsbergs Stürmerjuwel Erik Kojzek statt Furkan Dursun, der Rapid-Leihgabe bei St. Pölten. Der 19 jährige Kojzek war erst 20 Sekunden im Spiel, als ihm mit seiner ersten Aktion nach Pass von Mayer aus 17 Metern der goldene Schuss genau ins Eck gelang. Keine Chance für Belgiens Zweimeter-Tormann Mike Penders, Chelsea-Leihgabe in Frankreich bei Racing Straßburg.

Eine späte Führung, die viel früher fällig war. Schon vor der Pause gab es vier Möglichkeiten. Die Österreicher traten viel mutiger und aggressiver auf als im Oktober. Auch in andere Besetzung: In der Viererabwehr machten außen Salzburgs Tim Trummer (Bild) und Juventus-Legionär David Puczka dicht, im Abwehrzentrum ließen der Ex-Salzburger Samson Baidoo und Salzburgs Jannik Schuster nur eine Topchance der Belgier zu. Im Vierermittelfeld überzeugten zwei Ex-Rapidler als „Doppelsechs“: Belgien-Legionär Nikolas Sattlberger und der Neo-Rieder Nicolas Bajlicz. Offensiv setzten Belgien-Legionär Olawaseun Adewumi und Jacob Hödl von Sturm Graz Akzente: „Es gelang uns hervorragend, Belgiens Top-Spieler zu verteidigen. Die Mannschaft hat einen Super-Job gemacht!“, lobte Teamchef Perchtold. Zum erfolgreichen Kurzeinsatz von Kojzek über 13 Minuten meinte er: „Er hätte sich mehr Spiezeit gewünscht, aber wenn er die wenigen Minuten zu so einem Tor nützt, dann ist das perfekt!“ So sah es auch Kojzek: „Ich hab´den Ball perfekt getroffen, ein Supergefühl. Wir sind jetzt voll dabei!“ Über Kojzeks ersten Treffer werden sich auch Ralf Rangnick und Sebastian Prödl als Chef der Nachwuchsteams freuen. Beide konnten Kojzek überzeugen, für Österreich und nicht für seine slowenische Heimat zu spielen. Österreich überwintert mit einem Spiel mehr als die Belgier auf Platz eins, weiter geht es am 27. März in Belgien.

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