Fußball

Nach fünf Jahren wiederholt sich der „Fall Alaba“ bei Bayern mit Kimmich

Im November 2020 sorgte es für Riesenschlagzeilen und lange Diskussionen, als Bayern München drei Tage vor dem Champions League-Spiel gegen den FC Salzburg das Angebot an David Alaba zur Vertragsverlängerung zurückzog. Weil der das nicht annahm. Bayern offerierte dem damals 28 jährigen Wiener einen Fünfjahresvertrag mit elf Millionen Euro Grundgehalt pro Saison plus Erfolgsprämien. Drei Verhandlungsrunden mit Alabas damaligem Berater Pini Zahavi brachten keine Einigung, Alaba fand das Angebot nicht standesgemäß, wollte in eine Gehaltsklasse mit den damaligen Topverdienern Robert Lewandowski, Manuel Neuer und Thomas Müller. Das lehnten sowohl die Bosse als auch der Aufsichtsrat ab: „Wir haben David den roten Teppich ausgerollt, jetzt rollen wir ihn wieder ein“, kommentierte der damalige Sport-Geschäftsführer Oliver Kahn die Situation. Alaba wurde mit Bayern nochmals Meister, was seinen 25. Titel in München bedeutete, wechselte dann ablösefrei zu Real Madrid. Was Bayern-intern als großer Fehler gesehen wird, der sich nicht wiederholen darf. Aber passiert heuer ähnliches bei Kimmich?

Mittwochabend gab es am Nockherberg die große Feier zum 125. Geburtstag des deutschen Vorzeigeklubs mit 597 Gästen, darunter FIFA-Präsident Gianni Infantino, DFB-Sportdirektor Rudi Völler, den ehemaligen Topstar Günther Netzer, Bayern-Legenden wie Uli Hoeneß, Karlheinz Rummeniggge, Jean Marie Pfaff oder Giovane Elber. Am Donnerstag drang die Meldung vom Rückzieher in Sachen Kimmich-Vertrag an die Öffentlichkeit. Wegen seiner starken Leistungen in dieser Saison war von Gehaltsreduzierung keine Rede mehr, er bekam ein leicht verbessertes Angebot. Bisher soll der 29 jährige deutsche Teamkapitän 20 Millionen pro Saison verdient haben. Kimmich hat keinen Berater, verhandelt selbst über seine Zukunft. Die Gespräche mit Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund sollen vertrauensvoll gewesen sein, aber Kimmich zögert. Die Bayern wollen Planungssicherheit, verstärkten daher jetzt den Druck durch den Rückzieher. Kimmich soll Angebote von internationalen Spitzenklubs haben, auch von Real Madrid ist die Rede. Geht er im Sommer nach sieben Jahren so wie Alaba ablösefrei?

Vielleicht kann Bayern schon Freitag im Spitzenspiel beim VfB Stuttgart die Zukunft ohne Kimmich proben, da er  wegen einer Wadenverletzung fehlen wird. Die Wende bei den Verhandlungen mit ihm steigert die ohnedies immer vorhandene Unruhe bei Bayern. Sicher nicht gut vor dem Hinspiel im deutschen Duell des Achtelfinales der Champions League gegen Meister Leverkusen am kommenden Mittwoch.

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